Die Gemeinde hat ihre Nutzungsplanung Kulturland einer Gesamtrevision unterzogen. Im Juni 2017 haben die Stimmbürger an der Gmeind Ja gesagt zur Vorlage, die unter anderem neue Rebbauzonen sowie Hochstammbaumschutzzonen umfasste.

Soweit, so gut. Nur liess die definitive Umsetzung auf sich warten. Der Regierungsrat hat das neue Planwerk bislang nicht bewilligt. Und nun ist auch klar, warum: Es gibt ein Problem mit dem Gebiet «Brunnenberg/Grüeblimatt» (rund 1,7 Hektaren gross). Dieses liegt südlich der Ruine Königsstein und nördlich der Nebenstrasse, die in Richtung Gehren Erlinsbach führt. Das Gebiet ist gemäss der alten, derzeit noch rechtskräftigen Kulturlandplanung eine Landwirtschaftszone mit teilweise überlagerter Weidezone und teilweise überlagerter Heuwiesenzone.

In der neuen Kulturlandplanung, die vom Stimmbürger schon abgesegnet worden ist, war das Gebiet zuerst als Schutzzone vorgesehen. Bei der öffentlichen Auflage gab es jedoch eine Einsprache – der Einsprecher wollte, dass das Gebiet eine Landwirtschaftszone bleibt. Der Gemeinderat gab diesem Anliegen statt. Doch: «Das hätten wir nicht machen dürfen», sagt nun Gemeindeammann Tobias Leuthard. Denn im Kantonalen Richtplan ist das Gebiet Brunnenberg/Grüeblimatt als Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung vorgemerkt – wegen der Qualitäten als Magerwiese. Intensive Landwirtschaft darf hier sicher nicht betrieben werden. «Wir haben das im Eifer des Gefechts schlicht übersehen», so Leuthard. Konkret hätte man der Einwendung nicht oder höchstens teilweise stattgeben dürfen.

Separate Teilrevision

So aber hatte man beim Kanton gar keine Freude am neuen Kulturlandplan – jedenfalls nicht betreffend Brunnenberg. «Ansonsten wurde nichts beanstandet», so Leuthard. Der Gemeinderat will, dass die Gesamtrevision möglichst rasch in Kraft treten kann. Deshalb hat er entschieden, dem Regierungsrat die Genehmigung der Gesamtrevision zu beantragen – ausgenommen das betroffene Gebiet Brunnenberg. Dafür soll eine separate Teilrevision vorgenommen werden.

Einige der betroffenen Bewirtschafter des Brunnenbergs haben offenbar nicht gerade begeistert auf die Neuigkeiten reagiert. Denn künftig muss eine schutzzonenkonforme Bewirtschaftung der Magerwiesen stattfinden. Das bedeutet: seltener mähen – und nur zu gewissen Zeiten –, strengere Vorgaben zum Einsatz der Maschinen und so weiter.

«Das bietet aber durchaus auch Chancen», so Tobias Leuthard. Denn mit der speziellen Bewirtschaftung kommen auch spezielle Direktzahlungen. «Die betroffenen Pächter werden mit dem Kanton ein Bewirtschaftungskonzept erarbeiten und eine Vereinbarung abschliessen», sagt der Ammann.