Externer Lerncoach
Wieder was gelernt

Die Fünftklässler der Kreisschule Buchs-Rohr erhalten für ein Semester wöchentlich eine Lern-Lektion. Wieso ist das nötig? Der Kommentar.

Nadja Rohner
Nadja Rohner
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Lerncoach Sarah Zanoni unterrichtet im Risiacherschulhaus in Buchs «Lernen lernen».

Lerncoach Sarah Zanoni unterrichtet im Risiacherschulhaus in Buchs «Lernen lernen».

Nadja Rohner

Da staunt der Laie: Die Kreisschule Buchs-Rohr stellt einen externen Lerncoach an, um den Schülerinnen und Schülern das Lernen beizubringen. Eine Expertin, die den Fünftklässlern ein halbes Jahr lang eine Lektion «Lernen lernen» pro Woche gibt. Seit fünf Jahren läuft das Projekt, mittlerweile hat es sich an der Schule etabliert. Die Verantwortlichen betonen, dass Schüler, Eltern und Lehrer begeistert seien.

Man darf sich fragen: Wozu der Aufwand, wozu eine externe Fachperson? Man kann doch davon ausgehen, dass jede normale Lehrperson weiss, wie man die Kinder das Lernen lehrt – oder?

Um es vorwegzunehmen: Ja, Lehrer können das. Natürlich. Man darf deshalb davon ausgehen, dass auch sie anfangs nicht restlos begeistert waren, als für «Lernen lernen» eine Externe geholt wurde. Und doch: Als erfahrene Expertin weiss sie mehr über ihr Spezialfach als eine Klassenlehrperson.

Auch in anderen Schulen wird den Kindern beigebracht, welche Lernmethoden sie anwenden können. Bei der Kreisschule Buchs hat man aber entschieden, dass das Lernen kein Nebenprodukt des Unterrichts ist, sondern ein Fokus. Ein eigenes Fach, inklusive Prüfungen. Das ist ein strategischer Entscheid: Jede Schule gibt sich ein Profil, entscheidet sich, wo sie den Finger speziell draufhalten will. Wofür sie etwas mehr Geld ausgibt und Zeit aufwendet.

Die Schule muss sich ständig weiterentwickeln. Das «Lernen lernen» der Kreisschule Buchs-Rohr ist eines dieser Entwicklungsprojekte. Die Erkenntnisse, die daraus gewonnen werden – ob positiv oder negativ – können anderen Schulen zugutekommen.