Aarau
Wieder 10 Millionen weniger in Kasse – Nettovermögen schrumpft auf 119 Millionen

Die Rechnung 2013 der Stadt Aarau schliesst besser als erwartet ab. Möglich wurde dies dank geringerer Investitionen. Geplant waren 33,5 Millionen, es wurden dann aber nur 20,8 Millionen Franken.

Hubert Keller
Merken
Drucken
Teilen
Das Aarauer Rathaus: Der Stadtrat erklärt, dass die Steuererträge für 2013 zu optimistisch budgetiert wurden.

Das Aarauer Rathaus: Der Stadtrat erklärt, dass die Steuererträge für 2013 zu optimistisch budgetiert wurden.

Walter Schwager

Bereits vor einem Jahr vermeldete der Stadtrat, die Jahresrechnung schliesse besser ab als erwartet. Nun tönt es wieder ähnlich aus dem Rathaus. Damals, also im 2012, lag die Selbstfinanzierung bei 12,1 Mio. Franken und schloss um 8,5 Mio. Franken besser ab als budgetiert.

Im nun abgerechneten Jahr 2013 betrug diese rund 12,5 Mio., budgetiert waren lediglich 8,5 Mio. Franken. Das bessere Ergebnis erklärt sich nicht durch Mehreinnahmen, sondern dadurch, dass weniger investiert wurde als geplant.

Die im vergangenen Jahr getätigten Nettoinvestitionen machen nämlich nur 20,8 Mio. Franken aus. Das Budget sah 33,5 Mio. vor. Von den geplanten Investitionen wurden nur rund 65 Prozent realisiert. Schuld daran sind, wie der Stadtrat erklärt, unter anderem Bauverzögerungen, Einsprachen oder Gerichtsverfahren.

Die grösseren Investitionen im Jahr 2013 betreffen folgende Projekte: Bahnhof, Gestaltung Bahnhof-Platz, Personenunterführung Ost 3,7 Mio.; Stadtmuseum Schlössli, Erweiterung und Altbausanierung 3,4 Mio.; Velo-Parking und Zugang zur Bahn, Bahnhof Süd, 1,3 Mio. Franken.

Nettovermögen schrumpft

Weil die Nettoinvestitionen tiefer und die Selbstfinanzierung in der Rechnung höher ausgefallen sind, resultiert der um einiges tieferer Finanzierungsfehlbetrag. Die Differenz aus Nettoinvestitionen und Selbstfinanzierung beträgt 8,3 Mio. Franken; budgetiert waren fast 25 Mio. Franken. Das Nettovermögen schrumpft per Ende Jahr um rund zehn Milionen auf 118,9 Mio. Franken.

Das über Erwarten gute Ergebnis ist auch den höheren Erträgen aus dem Kapitaldienst (plus 2,2 Mio. Franken) zu verdanken. Die Erträge aus dem Verwaltungsvermögen (Liegenschaften) verbessern das Jahresergebnis um weitere 1,5 Mio. Franken. Die Erträge beim Anlagefonds schenken 0,6 Mio. Franken mehr ein.

Weiter haben um 1,1 Mio. Franken tiefere Beiträge (zum Beispiel an die Berufsschulen) oder nicht beanspruchter Sachaufwand von 0,6 Mio. das Ergebnis positiv beeinflusst.

Die Steuererträge seien zu optimistisch budgetiert worden, erklärt der Stadtrat. An Steuern wurden 75,4 Mio. eingenommen. Damit liegt man 1,4 Mio. Franken unter Budget und auch 212 000 Franken unter der Rechnung 2012.

Obwohl die Steuererträge bei den juristischen Personen um rund 1,4 Mio. Franken höher ausgefallen sind, liegen sie gesamthaft um eben diesen Betrag unter dem Budget. Die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen blieben nämlich um satte 2,6 Mio. Franken unter den Erwartungen.

Die Jahresrechnungen der als eigenwirtschaftlich geführten Alterssiedlung Herosé, der Abwasserentsorgung, der Abbfallbewirtschaftung und des Krematoriums schlossen positiv ab. Dementsprechend verbesserte sich deren Vermögenslage. Bei den Altersheimen Herosé und Golatti resultierte ein Betriebsdefizit von 0,7 Mio. Franken