Aarau
Wie wird ein Eiszapfen zur Eisspirale?

Er muss über Nacht gewachsen sein, dieser wundersame Eiszapfen. Von Samstagabend auf Sonntagmorgen. Unbemerkt, solange es dunkel und menschenleer war in der Gasse: Eine kleine Eisspirale an einem Metallgeländer in der Halde in der Aarauer Altstadt.

Heidi Hess
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Spiralförmiger Eiszapfen
3 Bilder
Der Eiszapfen dreht sich spiralförmig.
Durch ein Loch im Metallgeländer ist das Wasser ausgetreten und an der Kälte gefroren.

Spiralförmiger Eiszapfen

Heidi Hess

Die ersten Tagesstunden erlebte er ungestört, dieser eigenwillig gedrehte Eiszapfen. Er glitzerte im ersten Sonnenlicht am Sonntagmorgen und zeigte sich in seiner ganzen Schönheit. Bei den wenigen Passanten, welche die Eisspirale entdeckten, löste er Erstaunen und Entzücken aus. Die waagrecht aus dem Metallgeländer herausragende Spirale wurde fotografiert und kommentiert. Nur den Zwölf-Uhr-Schlag von der nahen Stadtkirche bekam die Spirale nicht mehr mit. Irgend jemand muss sich eine neue Bestimmung für das Naturphänomen ausgedacht haben.

Die Frage allerdings bleibt: Wie entsteht der gedrehte Eiszapfen? Physikalische Erklärungen und originelle Mutmassungen sind willkommen.

Leser Markus Meier teilt mit, er habe auch über das Phänomen gestaunt. Er vermute an der Wurzel der Eisspirale eine Öffnung in der vertikalen Röhre des Geländers

(Tatsächlich hat es ein Loch im Geländer, Anm d. Redaktion). Aus diesem Loch müsste Wasser ausgetreten und gefroren sein. Weiteres Wasser müsste die Spirale nach aussen geschoben haben, unter der Wirkung der Schwerkraft dürfte sie gekrümmt nach unten gewachsen sein.