Aarau
Wie weiter mit der Reithalle? Ein Partylokal ist keine Zwischenlösung

Geht alles nach Plan, soll die alte Reithalle in Aarau 2019 neu eröffent werden. Wer das Gebäude in der Zwischenzeit nutzen darf, ist unklar. Klar dagegen ist: Ein Partylokal ist wegen der zusätzlich benötigten Infrastruktur ausgeschlossen.

Sabine Kuster
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Vorgesehene Leichtbaukonstruktionen für den «Oxer» in der alten Reithalle.

Vorgesehene Leichtbaukonstruktionen für den «Oxer» in der alten Reithalle.

Atelier Barao-Hutter

Die Realisierung der Mittleren Bühne Aargau «Oxer» in der alten Reithalle in Aarau befindet sich im Tiefschlaf – dieser Eindruck entstand jedenfalls im vergangenen Jahr, wo es ausser der Verschiebung der geplanten Eröffnung (neu 2019) keine Neuigkeiten gab. Dabei wurde der Sieger des Architekturwettbewerbs schon Anfang 2012 gekürt. Der Eröffnungstermin ist laut Stadtrat Carlo Mettauer aber immer noch gültig. Er sagt: «Die Realisierung des Umbaus 2017/18 ist nach wie vor realistisch.»

Die Reithalle selbst befindet sich jedoch alles andere als im Tiefschlaf: Bisher nutzte die Interessengemeinschaft Darstellende Künste Tanz und Theater (T.u.T.) den Ort intensiv und erfolgreich. Doch wie geht es weiter? Einwohnerrätin Martina Suter (FDP) wollte vom Stadtrat wissen, ob bis zur Eröffnung auch ein Ausgehlokal für Jugendliche möglich wäre. Mettauer winkt ab: «Laut dem Kanton wären dazu zu viele Veränderungen nötig, wie eine Schallisolation, mehr Fluchtwege und ein verbesserter Brandschutz.»

Unklar ist aber auch, ob T.u.T. die Reithalle weiter nutzen darf. Nach wie vor heisst es bei der Stadt lediglich, man erarbeite zusammen mit der Abteilung Kultur des Kantons das Programm für die weitere Zwischennutzung. Laut Stadtrat Carlo Mettauer kann der Entscheid Ende November erwartet werden.

Den künftigen «Oxer» planen Stadt und Kanton zusammen mit dem Theater Tuchlaube in einer paritätischen Kommission. Die Mittlere Bühne wird unabhängig von der Zukunft des restlichen Kasernenareals geplant. Da die Reithalle geschützt ist, darf sie ohnehin nicht abgerissen werden.

Planung lässt sich nicht stoppen

«Die beiden Geschäfte Reithalle und Kasernenareal haben nichts miteinander zu tun», sagte Mettauer an der letzten Einwohnerratssitzung auf eine Anfrage von Jürg Schmid (SVP). Schmid wollte das Projekt auf Eis legen, bis der Entscheid Kasernenareal fällt. Dies ist jedoch nicht möglich, da der Planungskredit für den «Oxer» bereits gesprochen worden ist. Stadtammann Marcel Guignard wies darauf hin, dass demokratisch gefällte Entscheide nicht einfach ausgehebelt werden könnten.