Aarau
Wie weiter mit dem «Oxer»? Vorschlag soll bald vorliegen

Weil in Aarau weniger Geld für Kultur zur Verfügung steht, braucht es vermehrt Kooperationen. Das sagte Stadtrat Hanspeter Hilfiker am Kulturapéro im Stadtmuseum. Für das Projekt «Oxer» in der Alten Reithalle sei eine «kombinierte Nutzung» das Ziel.

Peter Weingartner
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Derzeit ist noch unklar, wie es mit der Alten Reithalle weitergehen soll.

Derzeit ist noch unklar, wie es mit der Alten Reithalle weitergehen soll.

Chris Iseli/AZ

Pino Dietiker und Steven Parry intonieren ihr neues Aargauer Lied: Im Aargau sind nicht mehr «zwöi Liebi», sondern vier Flüsse. Dietiker, der den Text geschrieben hat, singt in einer Hip-Hop-Version des Liedes von Aargau, Rheingau, Reussgau und Limmatgau. Und bringt in seinen Reimen auf witzige und poetisch-sprachspielerische Weise Spezialitäten dieser vier Landschaften unter. Das ist die Ouvertüre zum Kulturapéro der Stadt Aarau am Samstagvormittag im neuen Stadtmuseum.

«Da kommen ja wahnsinnig viel Leute», sagt Stadtrat Hanspeter Hilfiker angesichts der Schlangen beim Eingang. Zahlreich sind die lokalen Kulturschaffenden und Vertreter von kulturellen Institutionen gekommen, um Hilfikers Worten zu lauschen und den Apéro in flüssiger und fester Form, kredenzt von den Stadtführerinnen, zu geniessen.

Kombinierte Nutzung für «Oxer»

Hanspeter Hilfiker skizziert das Kulturkonzept der Stadt, das Aarau als Kulturhauptort profilieren will. Es soll Voraussetzungen schaffen für Produktionen und Präsentationen und Kultur vermitteln. «In den ersten vier Monaten hatten wir mehr als 50 Führungen im Stadtmuseum», illustriert Hilfiker den letzten Punkt. Das Stadtmuseum sei sehr gut gestartet und habe auch medial gute Resonanz gefunden.

Durch Kooperationen sollen Synergien genutzt werden, zumal der Nettoaufwand im Kulturbereich um zehn Prozent gekürzt werden müsse. Für das Projekt «Oxer» in der Alten Reithalle sei eine «kombinierte Nutzung» das Ziel, sagt Hilfiker: Theater, Tanz und eventuell die Argovia Philharmonic. Ein Vorschlag sei «in den letzten Zügen». Einen Weg zu finden zwischen Akzentuierung, Qualitätsanspruch und Breitenförderung sei eine Gratwanderung.

Bibliothek am Sonntag offen

Mit 200 000 Nutzern pro Jahr ist laut Hanspeter Hilfiker die Stadtbibliothek das «benutzerintensivste Angebot» der Stadt. 190 Veranstaltungen fänden in der Bibliothek statt. Bei wenig gefragten Medien (einige Fremdsprachen) fahre man zurück. Dafür gibt es ab dem 18. Oktober ein neues Angebot: Die Bibliothek samt Café ist ab diesem Tag erstmals auch sonntags geöffnet. Man verspricht sich davon eine noch höhere Besucherfrequenz.

Beim Kultur- und Kongresshaus seien Tarifanpassungen in Vorbereitung, sagt Hilfiker: «Bei der kommerziellen Nutzung sind die Tarife zu niedrig.» In Sachen Kulturförderung will man «Neues prägnant stärker unterstützen». Beispiele: Nouveau Cirque in der Reithalle, Theatertage, Mendelsson-Tage. Ein Anliegen ist ein Veranstaltungskalender, der möglichst alle Angebote umfasst. Auch eine Raumdatenbank für kulturell nutzbare Räume analog den Sporthallen wird angestrebt.

«Grosse Projekte benötigen Zeit»

«Aarau hat ein sehr vielfältiges Kulturleben», sagt Hilfiker am Ende seines Ausblicks. 200 Theatervorstellungen pro Jahr zeugen davon. Und 100 Anträge um Unterstützung. Trotz engem Finanzrahmen werde man lokale Produktionen weiter fördern. Und sein Schlussort an die Ungeduldigen: «Grosse Projekte benötigen Zeit und Kooperation.»