Aarau

Wie viel Spielgeräte brauchen Schulkinder?

Der Elternbeirat wünscht sich einen Pausenplatz, der zu Bewegung und kreativem Spiel anregt.  HHS

Der Elternbeirat wünscht sich einen Pausenplatz, der zu Bewegung und kreativem Spiel anregt. HHS

Genügen Klettergerüst und Wiese für den Pausenplatz beim Gönhardschulhaus? Nein, findet der Elternbeirat. Der Pausenplatz sollte pädagogischen Anforderungen genügen.

Vor einem Jahr hatte der Elternbeirat Vorschläge für kindergerechte und dauerhafte Holzspielgeräte zur Pausenplatzgestaltung des Gönhardschulhauses eingereicht. Vor allem aus finanziellen Gründen blieben sie auf der Strecke. Der Elternbeirat bedauert, dass nicht wenigstens eine Offerte eingeholt worden sei, beispielsweise vom Spielgeräteanbieter «No risk, no fun» aus Wettingen.

Aus heutiger Sicht sollten Pausenplätze gewissen pädagogischen Anforderungen genügen: Naturnähe sollte auch im Siedlungsgebiet gewährleistet sein, Bewegung gefördert werden und bei der Spielgeräteauswahl sollte das Kriterium nicht nur «das einfachste aus dem Katalog» lauten.

Vorgabe: Einhaltung des Budgets

Das letzte Wort scheint bei der Pausenplatzgestaltung des Gönhardschulhauses jedoch nicht gesprochen. Möglicherweise setzt sich die für die Schulhaussanierung zuständige Projektleitung doch noch mit Thomas Flory zusammen. Flory ist im Auftrag des Departements Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau beim Naturama nicht nur für Umweltbildung zuständig, er bietet auch kostenlose Beratung und Begleitung zur naturnahen und kinderfreundlichen Umgebungsgestaltung von Schulen an.

Stadtrat Lukas Pfisterer, in Aarau zuständig für Bildung und Jugend, jedenfalls sagte vergangene Woche vor rund 30 Interessierten im Anschluss an ein von Flory gehaltenes Referat über «kinderfreundliche und naturnahe Pausenplätze» im Naturama: «Die Planung des Pausenplatzes Gönhardschulhaus ist nicht abgeschlossen.» Die Umgebungsarbeiten seien noch nicht bis ins letzte Detail festgelegt.

Zwei bis drei Geräte wären wünschenswert

Pfisterer ergänzte auf Anfrage, er werde mit dem Projektleiter abklären, ob Flory noch Vorschläge bei der Pausenplatzgestaltung einbringen könnte. Versprechen wollte er indessen nichts. Immerhin sei die Pausenplatzgestaltung nicht aus dem «hohlen Bauch heraus» erfolgt. Fachleute, etwa die Landschaftsarchitekten, hätten ihre Vorschläge den Kindern als Nutzer, vertreten durch Lehrpersonen und Schulleitung, unterbreitet. Dabei habe man sich auch an das vorgegebene Budget halten müssen.

Nach aktuellem Stand soll ein Klettergerüst – neben Wiese und Betonplatz – beim Gönhardschulhaus zum Spielen einladen. Wünschenswert gewesen wären für die über 300 Schulkinder zwei bis drei Geräte sowie eine Umgebungsgestaltung mit Bewegungslandschaften, unterschiedlichen Nischen und beweglichem Bau- und Gestaltungsmaterial.

Eine akzeptable Lösung

Zwar hätte sich auch Schulleiter Daniel Mettauer, der erst seit zwei Jahren Schulleiter des Gönhard- und des Schachenschulhauses ist und insofern spät zur Detailplanung stiess, ein anderes Vorgehen gewünscht. «Eine mögliche Vorstellung wäre gewesen, Eltern, Kinder, die Lehrerschaft und auch die Landschaftsarchitekten ein gemeinsames Projekt entwickeln zu lassen», sagt der Schulleiter, der nach eigener Aussage gerne konsensorientiert arbeitet. Das wäre nachhaltig, darüber würde man lange reden und daraus erwachse auch ein guter Zusammenhalt.

Er ist zuversichtlich, dass die Diskussion noch einmal aufgenommen wird. Trotz allem handle es sich beim gegenwärtigen Vorschlag um eine akzeptable Lösung, die auch den gegenwärtigen Kostenüberschreitungen bei der Sanierung Rechnung trage. «Logischerweise», sagt Mettauer, «werden nun gewisse Einschränkungen bei der Aussenraumgestaltung gemacht.» Zu bedenken gibt er zudem, dass Klettern auf feuchtem Holz auch nicht ohne Risiko sei.

Auch naturnah ist kostengünstig

Sollte die Pausenplatzgestaltung überdacht werden, dürfte das vor allem den Elternbeirat freuen. Die Arbeitsgruppe, die sich mit der Gestaltung der Pausenplätze an den Aarauer Schulen auseinandersetzt – an einigen wurde seit Jahrzehnten nichts verändert –, besteht aus Karin Anghileri, Patrick Grawehr, Rahel Schaffner und Sabine Siegenthaler. Sie hatten die Diskussion mit ihrer Einladung zum Referat über «kinderfreundliche und naturnahe Pausenplätze» wieder belebt.

Referent Flory hatte an dieser Veranstaltung unter anderem darauf hingewiesen, dass naturnahe und kinderfreundliche Umgebungsgestaltung schon mit wenig Geld zu bewerkstelligen sei.

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