Ende Februar hatte eine ausserordentliche Gemeindeversammlung den Zusatzkredit von 250'000 Franken für die weitere Planung des neuen Schulhauses knapp mit 56 Ja gegen 59 Nein abgelehnt. Mit 266 Stimmen – nötig wären 116 gewesen – wurde gegen diesen Entscheid das Referendum ergriffen. Über den Kredit wird deshalb definitiv am 25. August an der Urne entschieden.

Das Projekt für ein neues Schulhaus hat mittlerweile eine längere Geschichte, als dem Gemeinderat und der Baukommission lieb sein kann. Denn auch Auenstein kann sich den Sachzwängen, die sich durch die Strukturreform der Schule – sechs Jahre Primarschule in Auenstein, drei Jahre Oberstufe auswärts – ergeben, nicht verschliessen.

Unabhängig von den noch folgenden Entscheiden, ist aber jetzt schon klar: Ab Schuljahr 2014/2015 wird man sich mit Provisorien behelfen müssen. Um das Schulhaus bis Sommer 2014 fertig zu bauen, hätte man noch im letzten Jahr den Baukredit bewilligen müssen.

Der Bedarf für weiteren Schulraum ist unbestritten. Unbestritten ist jedoch auch, dass das neue Schulhaus nicht 5,8 Mio. Franken kosten darf, wie Berechnungen im Herbst 2012 ergeben hatten.

Gemeinderat zog Notbremse

Eine solche Summe hatte der Gemeinderat nicht mehr vertreten können. Gemeinderat und Baukommission holten weitere Gutachten ein und beschlossen, dass das vorgesehene Raumprogramm zwar richtig, das Projekt aber einer Entschlackungskur zu unterziehen sei. Der Kredit müsse unter 5 Mio. Franken gedrückt werden.

Um die daraus notwendig gewordene weitere Planung vornehmen zu können, gelangte der Gemeinderat mit besagtem Kreditbegehren über 250'000 Franken an die Gemeindeversammlung, wo er knapp scheiterte.

Im Grundsatz wird am Projekt nicht gerüttelt: Nebst den notwendigen Schulräumen ist vorgesehen, die Volks- und die Schulbibliothek im neuen Schulhaus zusammenzulegen. Und mit der Aula soll ein Mehrzweckraum geschaffen werden, der nicht nur der Schule, sondern auch den Vereinen und für kulturelle Bedürfnisse zur Verfügung steht.

Keine weiteren Überraschungen

Mit dem Zusatzkredit will der Gemeinderat nicht nur die Bausumme unter 5 Mio. Franken drücken, sondern auch grösstmögliche Kostensicherheit erlangen. Überraschungen soll es keine mehr geben.

Das Referendumskomitee war prominent besetzt. Ehemalige Gemeindeammänner und Gemeinderäte, welche die Unterschriften mühelos zusammenbrachten, sind überzeugt, dass die gute Planungsarbeit für die Katz ist, wenn der Zusatzkredit verweigert wird. «Es besteht die Gefahr, dass die Schulraumplanung von Grund auf neu aufgegleist werden muss», werden sie in der Botschaft zuhanden der Gemeindeversammlung zitiert. Ohne weiteres Geld sei eine zweckdienliche, zielstrebige Planung nicht möglich; mehrjährige Verzögerungen würden in Kauf genommen.

Die Gegenargumente können nur dem Protokoll der Gemeindeversammlung vom 28. Februar entnommen werden. Kritisiert wurden damals vor allem die hohen Investitionskosten. Und auch, dass die Folgekosten, die der Betrieb des Schulhauses mit sich bringt, nicht aufgezeigt würden.

Der Gemeinderat verspricht nun mit der neuen Vorlage, zusammen mit dem Baukreditbegehren einen überarbeiteten Finanzplan vorzulegen und die Auswirkungen auf den Steuerfuss aufzuzeigen.