Aarau
Wie soll es mit dem Aarauer Kasernen-Areal weitergehen?

Wie sieht die Zukunft des Kasernenareals in Aarau aus? Noch steht alles in den Sternen. Eine Motion fordert nun ein Entwicklungskonzept für die zivile Nutzung des Kasernen-Areals. Die Stadt soll sich rechtzeitig darauf vorbereiten.

Katja Schlegel
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Kaserne Aarau
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Ein Fahnenschwinger schwingt vor der Kaserne Aarau unterstützt von Alphornbläsern stolz die Aargauerfahne
Kaserne Aarau

Kaserne Aarau

Seit einigen Monaten wird darüber spekuliert, ob die Pläne des Verteidigungsdepartements, verschiedene Waffenplätze zu schliessen, auch den Standort Aarau betreffen könnten.

Während das VBS darauf verweist, dass eine verbindliche Liste erst Ende Jahr präsentiert würde, nehmen SP-Einwohnerrat Oliver Bachmann und 26 Mitunterzeichnende diese Spekulationen zum Anlass, um eine Motion zu deponieren.

Der Stadtrat wird darin gebeten, ein Areal-Entwicklungskonzept für eine allfällige zivile Nutzung des Kasernenareals vorzulegen und den Erwerb des Areals zu prüfen. Das Konzept solle dabei sowohl den militärischen als auch den zivilen Charakter des Areals mit einbeziehen. Für die Konzepterstellung soll der Stadtrat 50 000 Franken bewilligen.

Würde der Waffenplatz Aarau geschlossen, gäbe das laut Bachmann der Stadt die Chance, aktiv auf die Entwicklung der Innenstadt einzuwirken.

Das Kasernenareal liege an strategisch günstiger Position zwischen der Altstadt, dem City-Märt und dem Bahnhof, schreibt Bachmann in seiner Begründung weiter.

«Eine wirtschaftliche Nutzung an dieser hervorragenden Lage wäre für den Standort Aarau sehr wünschenswert.» Mit einer zivilen Nutzung könnte die heutige Zentrumsachse Altstadt–City-Märt–Bahnhof zu einer urbanen Innenstadt wachsen.

Zweifel an Vorkaufsrecht

Nach Bekanntwerden der VBS-Pläne Anfang Mai hatte die grüne Aargauer Militärdirektorin Susanne Hochuli bei Bundespräsident Ueli Maurer und Armeechef André Blattmann interveniert und sich für den Standort Aarau starkgemacht.

Bei der Stadt äusserte man sich zurückhaltend zu Hochulis präventivem Widerstand: Stadtpräsident Marcel Guignard betonte damals gegenüber der az, dass man sich als traditionellen Waffenplatz-Standort verstehe und immer alle Bestrebungen unterstützt habe, den Waffenplatz zu erhalten.

Gleichzeitig müsste man sich aber mit einem Schliessungsentscheid abfinden und ihn als Chance verstehen.

«Sollte das Militär Aarau verlassen wollen, würde damit ein hochwertiges Entwicklungsgebiet mitten in der Stadt frei.»

In der Bevölkerung, aber auch in den Behörden beschäftige man sich daher durchaus mit der Option, das Kasernen-Areal anderweitig zu nutzen.

Nach diesen Aussagen des Stadtpräsidenten fühlt sich Bachmann bestärkt – auch, was den Zeitpunkt der Motion betrifft: «Die Stadt Aarau muss sich rechtzeitig vorbereiten, damit im Falle einer Schliessung beziehungsweise eines Verkaufs rasch gehandelt werden kann.»

Er bezweifle, dass das VBS der Stadt Aarau ein Vorkaufsrecht einräumen und die Kaserne nicht einfach dem Meistbietenden verkaufen würde. «Mit der Erarbeitung eines Konzeptes signalisiert die Stadt dem VBS, dass sie zur Übernahme des Kasernen-Areals bereit wäre.»

Wie würden Sie sich das Kasernenareal in Zukunft vorstellen? Ein international tätiges Unternehmen? Schicke Luxuswohnungen? Oder eine neue Markthalle? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge und diskutieren Sie mit!

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