Kolumne

Wie smart wird Aarau?

Wie wird die Smart City Aarau aussehen?

Auch Aarau will durch die digitale Transformation gehen und eine Smart City werden. Darüber wie die Stadt das tun soll, hat unsere Kolumnistin Martina Suter klare Gedanken.

Nicht nur der Kanton führt im Rahmen von SmartAargau durch die digitale Transformation, auch Aarau erarbeitet zurzeit ein Konzept, um zur Smart City zu mutieren. Ein wichtiger Baustein für die Zukunft. Der Begriff steht für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, basierend auf technischen, wirtschaftlichen und sozialen digitalen Innovationen.

Smartphone und Internet sind zu unseren ständigen Begleitern geworden, sei es bei der Arbeit, in der Schule oder in der Freizeit. Digitale Angebote und Informationen wecken neue Bedürfnisse und verändern unser Verhalten und damit die Gesellschaft. Die öffentliche Verwaltung wird in diesem Prozess nicht ausgeschlossen. 

Organisiert von der städtischen Verwaltung, haben in Aarau mittlerweile zwei Smart-City-Workshops mit reger Beteiligung von Vertretenden aller Interessengruppen stattgefunden.

Diese Veranstaltungen sind ein Musterbeispiel für partizipative Prozesse, wie sie bei uns gelebt werden und eine grosse Stärke unseres Systems darstellen. Im Grossen wird das ja auch für den Zukunftsraum durchgespielt.

Worauf kommt es für die Stadt Aarau nun an? Vorab muss die passende Rolle gefunden werden. Was soll die Stadt selber tun und was ist privaten Akteuren zu überlassen? Wie so oft gilt, dass Aarau nicht alles selbst machen muss. Der Kanton unterstützt die digitale Entwicklung in einigen Handlungsfeldern bereits massgebend, beispielsweise durch das Programm zur Innovationsförderung «Hightech Zentrum Aargau» und den Aufbau von Technologietransferzentren. 

Aarau muss primär die Leitplanken setzen und vorteilhafte Rahmenbedingungen schaffen. Damit sollen Initiativen durch das Gewerbe, durch Jungfirmen und auch durch Private ermöglicht und gezielt, dosiert gefördert werden.

Weshalb nicht einen zweijährlichen Aarauer Förderungspreis für digitale Start-ups ins Leben rufen? Wenn es Förderbeiträge für Kultur gibt, kann man das Gleiche als eine Art Geburtshilfe auch für digitale Kreativköpfe machen. Das motiviert Jungunternehmerinnen und -unternehmer, fördert die Reputation entsprechend und zieht Neue an.

Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland. Die Aarauer Stadtverwaltung könnte selbst innovativer Vorreiter sein und «smart» werden – schrittweise, aber konsequent, ganz im Sinne von E-Government. Durch die Zusammenlegung der IT mit Baden haben sich die Möglichkeiten dafür weiter verbessert.

Dabei geht es um die Digitalisierung der Prozesse innerhalb der Verwaltung, aber auch um die Digitalisierung der Beziehungen zur Bevölkerung. Wie praktisch wäre es, wenn wir uns bei der Stadt zeit- und ortsunabhängig in unser persönliches Bürgerkonto einloggen könnten!

So würden wir unseren täglichen Verkehr mit den Behörden für alle möglichen Anliegen, vom Kauf einer Abfallmarke über die Einsicht in spezifische Daten bis zum Austausch von Informationen mit Steuerbehörden und Bauverwaltung einfach, schnell und effizient erledigen. So wie es bei grossen Dienstleistern wie etwa bei der Swisscom schon lange gang und gäbe ist.

Die Kunst bei all dem ist nun die Fokussierung auf das Wichtigste und auf Machbares. Natürlich sollen ehrgeizige Ziele formuliert werden. Aber deren Erreichung muss auch realistisch sein. Realistisch hinsichtlich Zeit, Geld und Wirksamkeit.

Alle Beteiligten wollen schnell konkrete Resultate sehen. Wenn es gelingt, im Projekt Smart City Aarau herausfordernde, aber realistische Ziele zu finden, wirksame, aber finanzierbare Massnahmen zu definieren und diese dann konsequent umzusetzen, stellt das Projekt Smart City eine echte, grossartige Chance dar. Wenn nicht, wird das Projekt zum Papiertiger verkommen und die investierten Mittel werden wirkungslos verpuffen.

* Die Autorin Martina Suter (55) ist Unternehmerin, Vizepräsidentin der FDP Aarau und des Kreisschulrats Aarau-Buchs.

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