Aarau
Wie sich die Stadtpolizei auf den FCA-Aufstieg, das Turnfest und den Frauenstreik vorbereitet

In zwei Wochen hat Aarau keinen offiziellen Stadtpolizeikommandanten mehr: Daniel Ringier ist ab 1. Juni Abteilungsleiter Sicherheit.

Urs Helbling, Nadja Rohner
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Posieren aus Anlass des Starts der neuen Sicherheitsabteilung: Stadträtin Suzanne Marclay-Merz, Thomas Kaspar, Toni von Däniken, Daniel Ringier (Leiter Abteilung Sicherheit), Hans Umbricht , David Bürge (Feuerwehrkommandant), Stefan Rosenberg und Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (v.l.). Es fehlt der ZSO-Chef.

Posieren aus Anlass des Starts der neuen Sicherheitsabteilung: Stadträtin Suzanne Marclay-Merz, Thomas Kaspar, Toni von Däniken, Daniel Ringier (Leiter Abteilung Sicherheit), Hans Umbricht , David Bürge (Feuerwehrkommandant), Stefan Rosenberg und Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (v.l.). Es fehlt der ZSO-Chef.

Chris Iseli

Deshalb trat er gestern an einer Medienkonferenz auch nicht mehr in Uniform, sondern in Zivil auf. Die Abteilung wird 52 Mitarbeiter haben und auch die Feuerwehr mit dem neuen Profi-Kommandanten David «Dave» Bürge umfassen. Die Feuerwehr hat 300 Stellenprozente und gut 100 Milizangehörige. Ebenfalls angegliedert werden soll die Zivilschutzorganisation Aare Region (neun Gemeinden, 250 Stellenprozente), doch müssen die Gemeinderäte der Verbandsgemeinden dem noch zustimmen. Aus Sicht der Kunden, der Bevölkerung, ändert die Neuorganisation kaum etwas. Doch erhofft man sich seitens der politischen Führung gewisse Synergiegewinne im administrativen Bereich, wie die zuständige Stadträtin Suzanne Marclay-Merz (FDP) an der Medienkonferenz erklärte, an der auch Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (FDP) teilnahm.

Durchschnittsalter 57 Jahre

Bei der Vorstellung des Kaders der Stadtpolizei wurde klar, dass es hier altersbedingt in absehbarer Zeit zu erheblichen personellen Wechseln kommen wird. Der neu übergeordnete Chef Daniel Ringier ist 59. Er arbeitet seit 18 Jahren bei der Stadtpolizei. Er wohnte bereits bei seiner Anstellung in Veltheim und hat nicht in Sinn, umzuziehen. «Ich bin da, wenn in Aarau etwas ist», betonte Ringier in Anspielung auf die politische Diskussion über die Wohnsitze der Sicherheits-Kader.

Ein Stadtpolizei-Urgestein ist der Chef-Stellvertreter und Leiter der Sektion Stabsdienste, Toni von Däniken: Der 60-Jährige ist seit 35 Jahren bei der Stadtpolizei. Mit 38 noch mehr Dienstjahre hat Hans Umbricht (62), Leiter Sektion Gewerbe. Auf 34 Jahre bringt es Stefan Rosenberg (56), Leiter Sektion Einsatz und Sicherheit. Und Thomas Kaspar (50), Leiter Sektion Verkehr, ist seit 28 Jahren dabei. Das Durchschnittsalter der vier Stapo-Sektionsleiter (ohne Abteilungsleiter Ringier) beträgt 57 Jahre.

Klein ist der Frauenanteil bei der Stadtpolizei: Ab 1. Juni sind es drei Polizistinnen, insgesamt sind 12 Mitarbeitende weiblich.

Auf FCA-Aufstieg vorbereitet

Die neue Abteilung Sicherheit wird gleich in ihrem ersten Monat ins kalte Wasser geworfen. Der Juni wird für die Stadtpolizei der mit Abstand arbeitsintensivste des ganzen Jahres. «Vor anderthalb Jahren haben wir darum eine Feriensperre verfügt», erklärte Daniel Ringier. Am Sonntag, 2. Juni, könnte der FC Aarau aufsteigen. Das zweite Spiel der Barrage wäre ein Heimspiel. «Wir haben damit gerechnet, dass der FCA aufsteigen kann. Die Eventualplanung ist gemacht. Wir sind bereit», sagte Ringier.

Ein Sondereinsatz wird es auch während der beiden Wochenenden des Eidgenössischen Turnfestes (ETF) benötigen. Unter anderem, weil der Allmendweg durch den Aarauer Schachen zwei Mal von Mittwoch bis Sonntag gesperrt sein wird.

2500 Personen am Frauenstreik

Keine besonderen Probleme erwartet Ringier am 14. Juni, wenn der Frauenstreik stattfindet. Ringier spricht von einem tiefen Aggressionspotenzial: «Da kommen keine bösen Leute.» Die Organisatorinnen erwarten laut Gesuch an die Stadtpolizei 2000 bis 2500 Teilnehmende. Nach dem Umzug (ohne Bahnhofstrasse) findet eine Kundgebung auf dem Schlossplatz statt.

Ist angesichts all dieser Aufgaben der Personalbestand der Stadtpolizei gross genug? An der Medienkonferenz waren keine Ausbaubegehren zu hören. Und es wurde darauf hingewiesen, dass bis Ende Jahr die Überzeit abgebaut sein muss.

Die Feuerwehr ist in einem Konsolidierungsjahr

Der Neue sei «ein lässiger Mann, der sehr viel kann und der zu uns passt». Das sagte Sicherheits-Chef Daniel Ringier über David Bürge (43), den ersten Aarauer Profi-Feuerwehrkommandanten. Bürge, der sein Amt Anfang April aufgenommen hat, wirkt noch immer, als lebe er tatsächlich seinen «Bubentraum», wie er seine neue Stelle kurz nach Bekanntgabe der Personalie bezeichnet hatte.

Derzeit hat die Feuerwehr Aarau – nebst den 300 Stellenprozenten für Leitung und Admin – rund 110 Miliz-Angehörige. «Wir sind allerdings weiter daran, zu rekrutieren», sagt Bürge zur AZ. «Insbesondere wollen wir die Tagesverfügbarkeit heraufschrauben.» Was bedeutet: Er hätte am liebsten Leute, die nicht nur in Aarau leben, sondern auch in der Stadt oder den angrenzenden Gemeinden arbeiten, damit sie im Ernstfall rasch vor Ort sind. «Es braucht natürlich auch verständnisvolle Arbeitgeber», so Bürge. Der nächste Rekrutierungs-Infoabend der Feuerwehr ist am 15. Oktober. Am 31. August gibt es einen grossen «Tag der offenen Tore» – eine schweizweite Feuerwehr-Aktion, an der auch die Aarauer mitmachen. Zwei Wochen später findet die Hauptübung statt – sie ist dieses Mal nicht öffentlich. Bürge: «Man darf schon zuschauen, aber wir laden nicht extra dazu ein.» Ebenfalls heruntergeschraubt werden dieses Jahr die gemeinsamen Aktivitäten mit der Feuerwehr der Partnerstadt Reutlingen. Diese war letztes Jahr für die Hauptübung zu Gast. «Dieses Jahr musste ich bereits eine Anfrage absagen», so Bürge. Er beteuert aber, dass dies lediglich daran liege, dass sich die Feuerwehr in einem «Konsolidierungsjahr» befinde. Künftig wolle er die Zusammenarbeit nämlich noch intensivieren. Nicht nur mit den Reutlingern, sondern auch mit den Feuerwehren der Nachbargemeinden. Interesse sei vorhanden. (NRO)