Aarau

Wie schadet uns die Luftverschmutzung?

Study Nurse Monika Sperreisen macht einen Ultraschall der Halsarterie von Urs Hofmann. (Bild: Chris Iseli)

Study Nurse Monika Sperreisen macht einen Ultraschall der Halsarterie von Urs Hofmann. (Bild: Chris Iseli)

Für die grosse Schweizer Luftstudie werden auch Aarauer untersucht – sogar Regierungsrat Urs Hofmann.

Ist die Luft reiner, dann husten die Schweizer weniger, das hat die grosse Schweizer Langzeitstudie Sapaldia ergeben. Sapaldia ist die Abkürzung für «Swiss study on Air Pollution and Lung Disease in adults», also die Schweizer Studie über Luftverschmutzung und den Einfluss auf die Gesundheit bei Erwachsenen. 1991 wurden erstmals über 9000 zufällig ausgewählte Schweizer auf ihre Lungenfunktion geprüft, 2002 wurden die Tests mit denselben Probanden wiederholt.

Grosse Suche nach den Probanden

Jetzt steht die dritte Staffel an. Die acht Forschungsstationen stehen vor der Herausforderung, möglichst viele der Testpersonen wieder für eine Untersuchung motivieren zu können, denn nur so bleibt die Langzeitstudie aussagekräftig.

Das vierköpfige Team des Sapaldia-Zentrums am Schanzweg in Aarau hat 600 seiner 800 Probanden schon erreicht, darunter Regierungsrat Urs Hofmann. Hofmann war 1991 Vizeammann der Stadt Aarau, als er angefragt wurde. Nun hat er sich zum dritten Mal für die umfangreichen Tests und Fragen zur Gesundheit und dem Lebensstil drei Stunden Zeit genommen. Er sagt: «Es ist wichtig, dass die Leute erneut mitmachen, damit die wissenschaftlichen Ziele erreicht werden können.»

Herzinfarkte durch Luft beeinflusst

Neu werden nicht mehr nur die Lungenfunktionen getestet, sondern auch die Arterienwände untersucht. Denn man will wissen, ob und wie verschmutzte Luft Arterienverkalkung und damit einen Herzinfarkt begünstigt. Mittels Ultraschall liess sich gestern auch Hofmann in seine Halsarterien blicken. Zudem wurde mit einem mobilen Herzfrequenzmesser (EKG) während 24 Stunden auch die Herzleistung gemessen.

Hoffmann schätzt den gratis «Check-up». Gemäss dem leitenden Aarauer Arzt Robert Bettschart seien bereits bei 10 Probanden Arterienverkalkungen festgestellt und deshalb an den Hausarzt zur weiteren Besprechung verwiesen worden. Auch auf komplexe Herzrhythmusstörungen konnten einige Testpersonen aufmerksam gemacht werden.

Nach der dritten Staffel werden nun auch die Kinder der Probanden befragt – die Studie will auch die Aspekte der Vererbung untersuchen.

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