Nach dem vielen Schnee
Wie fit ist der Aarauer Winterdienst? Für die Fussgänger soll noch nachgebessert werden

Nach einer intensiven Schnee-Woche zieht Werkhof-Leiterin Regina Wenk Bilanz. Die Situation für die Fussgänger wird verbessert.

Daniel Vizentini
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Die Igelweid wurde gestern Morgen von Schnee und Eis befreit, der Weg ist nun sicherer.

Die Igelweid wurde gestern Morgen von Schnee und Eis befreit, der Weg ist nun sicherer.

zvg

Dass so viel Schnee auf einmal fällt, ist in Aarau alles andere als üblich. Das Grosswetterereignis der vergangenen Tage hielt den städtischen Winterdienst auf Trab: Bis zu 30 Mitarbeitende waren im Einsatz, die ersten Tage praktisch rund um die Uhr, um Strassen und Gehwege sicher zu halten. Trotz der vielen Arbeit bedeutete ein Spaziergang für viele Fussgänger aber ein Hindernislauf: Viele Stellen blieben lange vereist, darunter die stark frequentierte Igelweid, obwohl sie noch am Wochenende mit Splitt abgestreut worden war. Gestern Morgen konnte der festgefahrene Schnee endlich geräumt werden. Regina Wenk, Leiterin vom Aarauer Werkhof, erklärt: Gerade in der Igelweid, wo die Zulieferung der vielen Geschäfte geschieht, pressen die anfahrenden Lastwagen den Schnee zusätzlich, was zur Bildung von noch mehr Eis führt.

Der Winterdienst musste sich natürlich nicht nur um die Igelweid kümmern, sondern um die ganze Stadt. Freitagnacht noch wurde mit Hilfe der Feuerwehr in der Altstadt Splitt und Salz verstreut und Fussgängerwege geschaffen. «Am Samstag waren wir für den Gemüsemarkt im Graben aktiv, die Marktfahrer brauchten Platz», sagt Wenk. Hauptaufgaben waren sonst das Offenhalten der Verbindungsachsen für die Busse, der Trottoirs und Bushaltestellen. «Jetzt sind wir am Feinjustieren.»

Die Situation für die Fussgänger werde verbessert, verspricht sie. Derzeit arbeite der Werkhof mit Hochdruck daran, die Gullis vom Schnee zu befreien. Denn wenn die Temperaturen steigen und der Schnee schmilzt, das Schmelzwasser aber nicht versickern kann, gefriert es über Nacht und es entstehen gefährliche Eisflächen. «Dass die Temperaturen bisher noch um die Nullgradgrenze herum blieben, hat uns zusätzlich gefordert», sagt Regina Wenk.

Nach Kampf gegen Schnee nun Kampf gegen das Eis

Nun versuchen sie, mit zwei Baggern der Baufirma Valli die Schneemassen bei den Ausläufen wegzutragen. Die Werkhofmitarbeitende kommen aber nicht darum herum, den an einigen Stellen verhärteten Schnee von Hand auf die Seite zu schaufeln. Für die nächsten Tage werden leicht wärmere Temperaturen erwartet, nächste Woche aber könnte es wieder schneien, ein Ende des Kraftaktes ist also noch nicht in Sicht.

«Das war eine intensive Woche», sagt Regina Wenk. Von Donnerstag bis Sonntag musste der Neuschnee auf die Seite geräumt werden, ab Montag dann die Bildung von Glatteis verhindert oder Fusswege freigepickelt. Abgebrochene Äste wurden entfernt, drohende Dachlawinen entschärft. Feuerwehr und Forst haben den Winterdienst unterstützt. Längere Erholungspausen lagen nicht drin.

Das Verständnis der Aarauer war grösser als der Ärger

Auch wenn sich viele ob den vereisten Gehwegen oder der fast unmöglichen Situation für den Fahrradverkehr wegen den Schneebergen am Strassenrand aufregten: Für Regina Wenk waren vor allem das Verständnis und die Anerkennung der Bevölkerung für die Arbeit des Werkhofs spürbar. «Es war für viele klar, dass es aussergewöhnliche Schneemassen waren, die gefallen sind», sagt sie. «Die Solidarität der Bevölkerung mit uns hat mich sehr berührt.»

Die Lage hat sich nun etwas entspannt, der Schnee bleibt aber auch in den nächsten Tagen ein Thema. Gestern Nachmittag trafen sich Regina Wenk und Vertreter des Aarauer Busbetriebs, um Bilanz aus der vergangenen Woche zu ziehen. Für den nächsten Schneefall liegen allenfalls Verbesserungen drin.