Rund zehn Einwendungen hat es gegen das Bauprojekt Erschliessung Oberfeld samt Kreisel in Gränichen gegeben. Das bestätigt auf Anfrage der AZ Franz von Matt, Leiter Bau, Planung, Umwelt bei der Gemeinde Gränichen. Details kann von Matt mit Rücksicht auf das laufende Verfahren nicht publik machen. Eines aber lässt er durchblicken: Sein Eindruck sei der, dass sich die Einwendungen nicht gegen das Bauprojekt an sich richteten, sondern gegen die Beitragsplankosten.

Für die betroffenen Grundeigentümer im Oberfeld gehe es jetzt eben ums Geld, macht von Matt klar. Das Gleiche stellte an einer Informationsveranstaltung Mitte März schon Gemeindeammann Peter Stirnemann im Zusammenhang mit der damals laufenden öffentliche Auflage fest. Während der Auflagefrist kann auch gegen den Beitragsplan Einsprache erhoben werden. Stirnemann machte damals aber deutlich, dass das Projekt auf einem rechtskräftigen Erschliessungsplan basiere und dass ihm deshalb im Grundsatz nichts mehr im Wege stehe.

Die Gemeinde, sagte Stirnemann, sei bundesrechtlich verpflichtet, von den Grundeigentümern Beiträge an die Kosten der Erstellung und Änderung von Strassen zu erheben. Beim Kostenverteiler, betonte der Gemeindeammann, sei die Gemeinde den Grundeigentümern aber auf der ganzen Linie entgegengekommen: Der Beitrag der Gemeinde liege durchs Band weg über der Norm, der Anteil der Grundeigentümer darunter. Betroffen sind nicht zuletzt die Industrie- und Gewerbebetriebe im Moortal, darunter die Dreier AG und das Kieswerk der Ortsbürgergemeinde.

Verhandlungen im Juni

Wie geht es weiter? – Ende Mai, sagt Franz von Matt, würden die Vertreter von Gemeinde und Kanton zusammensitzen, um die Einwendungen zu diskutieren. Gränichen kann dabei auch vom Know-how der Juristen des kantonalen Baudepartementes profitieren. Für den Juni sind dann die Einwendungsverhandlungen vorgesehen.

Ob man im Zeitplan sei, komme Ende Monat aus, antwortet von Matt auf eine entsprechende Frage. Er erinnert daran, dass der Kreisel in der warmen Jahreszeit gebaut werden muss. Konkret heisst das: im Sommer 2018 und 2019. Von da her wäre es wichtig, dass mit dem Kreiselbau im Spätsommer dieses Jahres begonnen werden könnte. Bei der Erschliessung Oberfeld, so von Matt, seien «viele Abhängigkeiten durch den Kreisel gegeben». Will heissen: Für den Strassenbau im Oberfeld wird der Kreisel benötigt.

An die Kosten für diesen steuert die Gemeinde rund 3,9 Mio. Franken bei. Eine halbe Million übernimmt die Ortsbürgergemeinde. Damit müssen die privaten Grundeigentümer für die verbleibenden 500 000 Franken aufkommen. Für die Kosten des Gesamtprojektes hat die Einwohnergemeindeversammlung im Juni 2017 einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 7,242 Mio. Franken bewilligt. Gemäss der vor einem Jahr gutgeheissenen Vorlage fliessen an Grundeigentümerbeiträgen rund 2 Mio. Franken in die Bruttoanlagekosten zurück.