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Wie die SRF-Kultserie «Bestatter» dem FC Aarau hilft

Für die Folge «Der Unbestechliche» lud der FC Aarau zum Public Viewing im Brügglifeld-Restaurant. Das brachte Geld für meinstadion.ch. Und was läuft hinter den Kulissen?

«Der Bestatter» im Brügglifeld – aber keine Angst, der Patient FC Aarau lebt noch. Er war es sogar selber, der im vergangenen Herbst die SRF-Kultserie in sein Heimatstadion einlud, um dort Conrad, Giovanoli, Doerig, Semmelweis und Co. den mysteriösen Tod eines Schiedsrichters untersuchen zu lassen.

Am Dienstagabend hatte das Warten ein Ende: Die Folge «Der Unbestechliche», ein klischeegeschwängerter Abstecher des Bestatters ins Fussball-Business, feierte Premiere. Der FC Aarau nahm den Steilpass auf und lud zum Public Viewing im Brügglifeld-Restaurant. Speziell an die 250 FCA- und Bestatter-Fans, die bei den Dreharbeiten als Statisten wirkten, war der Anlass gerichtet.

Als Stargäste waren Barbara Terpoorten alias Anna-Maria Giovanoli und Martin Ostermeier alias Dr. Alois Semmelweis der Einladung gefolgt. «Eine Ehre, Euch hier zu haben», sagte FCA-Geschäftsführer Robert Kamer. «Es war einmalig, an diesem Ort zu drehen», erwiderte Ostermeier und fragte in die Runde: «Das Brügglifeld ist ein wichtiger Ort für den Kanton, nicht wahr?» Damit traf er natürlich den Nerv der gut 70 anwesenden FCA-Fans. Stadion, Aarau – eine heisse Kombination, die auch an diesem Abend Gesprächsthema Nummer 1 war. Umso mehr, als der Gewinn aus den 25 Franken Eintritt pro Person auf das Konto von «meinstadion.ch» fliesst.

«Stadtrat hinterfragt Vorgänger»

In den vergangenen Wochen ist der Hype rund um die Spendenaktion zugunsten des Stadions im Torfeld Süd abgeflacht. Das Spendenbarometer steigt langsamer an als noch im Dezember, steht aktuell bei gut 1,3 Millionen Franken. Rückblick: Die Landbesitzerin und Bauherrin HRS machte kurz vor Weihnachten klar, dass das Stadion nur gebaut werde, wenn gleichzeitig die Baubewilligung für vier Hochhäuser vorliege. Es gebe nur diesen Weg, die «Ideen geldsammelnder Gruppen» (meinstadion.ch!) seien nicht zielführend.

Hat die HRS «meinstadion.ch» den Zahn gezogen? «Nein», antwortet Michael Hunziker entschieden. Er begründet die momentane Defensivtaktik so: «Nach der Lancierung der Spendenaktion haben wir wichtige Ziele erreicht: Wir haben die FCA-Familie vereint und die Massen mobilisiert. Es sind viel mehr Kleinspenden eingegangen als gedacht.»

Und er fügt an: «Gemäss den Aussagen der HRS und der Stadt sind die von uns angepeilten 4 Millionen ja gar nicht nötig, sondern es bleibt bei den seit je als Beitrag des FC Aarau budgetierten 2 Millionen.» Momentan, so Hunziker, liege der Ball sowieso bei der HRS und der Stadt. «Wir haben aufgezeigt, dass in der Bevölkerung das Bedürfnis nach dem Stadion existiert, und haben den neuen Stadtrat dazu gebracht, die Taktik ihrer Vorgänger zu hinterfragen.»

Bestatter-Statisten füllen Brügglifeld

2. Oktober 2017: Bestatter-Statisten füllen Brügglifeld

Das Aarauer Fussballstadion Brügglifeld wurde für die Dreharbeiten der 6. Staffel der SRF-Krimiserie «Der Bestatter» mit rund 250 Statisten gefüllt.

Ob wegen des öffentlichen Drucks oder aus freien Stücken – Fakt ist: Seit Anfang Jahr gibt es tatsächlich die Stadion-Taskforce, bestehend aus Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (FDP) sowie seinen Stadtratskollegen Daniel Siegenthaler (SP) und Hanspeter Thür (Grüne). Ihr Vorhaben: mit der HRS Alternativpläne auszuhandeln. Denn alle Beteiligten wissen: Bis zum Erhalt einer Baubewilligung für die vier Hochhäuser ist die Frist der Swiss Football League (SFL), in der mit dem Stadionbau begonnen werden muss, abgelaufen. Was gleichbedeutend wäre mit dem Ende der Super-League-Perspektiven für den FC Aarau.

«Konstruktive Gespräche»

Gemäss Hanspeter Thür ist einiges im Tun: «Die dritte Sitzung mit der HRS steht kurz bevor. Wären die bisherigen Gespräche nicht konstruktiv verlaufen, käme es nicht so rasch zum nächsten Treffen.» Mehr will Thür nicht sagen. Verständlich: Das Thema ist ein heisses Eisen und die HRS am längeren Hebel. Kommt dazu: Das Zeitfenster ist knapp. Zwar hat die HRS versprochen, bis Mitte Mai mit Abrissarbeiten im Torfeld Süd zu beginnen, um die ansonsten ablaufende Baubewilligung für das Stadion aufrechtzuerhalten.

Aber auch so muss es schnell gehen: Bis 2021 muss mit dem Stadionbau begonnen werden, ansonsten läuft die erwähnte Frist der SFL ab. Thür: «Wir verfolgen in den Gesprächen mit der HRS das klare Ziel, spätestens 2021 mit dem Bau zu beginnen. Unsere Erwartung ist es, zeitnah eine Lösung zu finden. Aber die Angelegenheit ist komplex. Auch wenn alle Parteien lösungswillig sind, ist das noch lange kein Freipass für positive Resultate.» Ende März, so Thürs Hoffnung, könne man mehr sagen: «Wir wollen erst dann informieren, wenn Fleisch am Knochen ist.

«Der Bestatter» zu Gast im Brügglifeld – Folge 5 von Staffel 6 zum Nachschauen:

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