Densbüren

Wie am Zipfel des Tischtuches hängt das Dorf

Densbürer müssen oft zu Nachbargemeinden, wenn sie etwas wollen – das öffnet auch den Geist.

Densbürer müssen oft zu Nachbargemeinden, wenn sie etwas wollen – das öffnet auch den Geist.

Man hat südlich des Juras gern Mitleid mit dem Strassendorf an der Achse Aarau-Frick. Wie am Zipfel eines Tischtuches hängt Densbüren auf der anderen Seite der Staffelegg am Bezirk Aarau. Die Gemeinde ist aber bestens vernetzt.

Wie am Zipfel eines Tischtuches hängt Densbüren auf der anderen Seite der Staffelegg am Bezirk Aarau. Das kümmert in Densbürer und dem Dorfteil Asp niemanden. Wenn schon von einem Tisch die Rede sein soll, dann ist er feudal. So sieht es jedenfalls die Densbürer Gemeinderätin Cornelia Wächter: «Wir sitzen am gedeckten Tisch», sagt sie. Und: «Wir fühlen uns nicht abgelegen.»

Von Buchs über Erlinsbach bis Frick

Es ist üblich, dass kleine Gemeinden Dienstleistungen bei Nachbarn beziehen – Densbüren hat aber gleich fünf Gemeinden als Partner: Das Steueramt befindet sich in Frick, das Betreibungsamt in Buchs, das Zivilstandsamt in Aarau, der Friedensrichter in Erlinsbach. Das Wasser wird in der Kläranlage in Kaisten gereinigt, die Gemeinde wird von der Polizei Oberes Fricktal geschützt und bald arbeitet sie wohl im Bereich Spitex mit Küttigen zusammen.

«Dass wir nicht mehr alles selber lösen können, ist eine Zeiterscheinung», sagt Gemeindeammann Peter Amsler. Sich mehr Ämter im Dorf zu wünschen, sei unrealistisch.

Die Gemeinde hat sich längst an die ausgelagerten Dienstleistungen gewöhnt, ein «Rosinenpicken» sei es aber nicht. «Wir orientieren uns jeweils nach jener Seite, die mehr Sinn macht», so Amsler. Bei der Kläranlage sei das halt Kaisten, weil das Wasser das Tal abwärts nach Norden fliesse. Auch die Polizei ist schneller aus Frick in Densbüren, als wenn die Aarauer über die Staffelegg fahren müssten.

Im Bereich Schule sieht man die Lage der Gemeinde eindeutig als vorteilhaft: Die Eltern können frei wählen, ob sie ihre Kinder nach Frick oder Küttigen bzw. Aarau in die Oberstufe schicken. Schulverträge mit den Gemeinden bestehen keine.

«Wir sind geeint nicht zweigeteilt»

Verzettelt sich die Gemeinde durch die vielen Partner? «Die Lage an der Bezirksgrenze und nördlich der Staffelegg verlangt Flexibilität», sagt Amsler. «Das Dorf selbst war und ist geeint.» Als «zweigeteilt» will die Gemeinde nicht gelten.

Immerhin befinden sich die beiden wichtigsten Institutionen nach wie vor in Densbüren: die Feuerwehr und die Primarschule. «Würde die Schule wegfallen, könnte das den Lebensnerv treffen, weil sie ein wichtiges Entscheidungskriterium für Zuzüger ist», sagt Amsler.

Die Öffnung nach allen Richtungen beeinflusst offenbar den Dorfgeist: So sagen Gemeindeschreiber Reis wie auch Gemeinderätin Wächter – beide keine gebürtigen Densbürer – ungefragt und unabhängig voneinander: «Neuzuzüger werden sofort gut aufgenommen. Wenn man auf die Leute zugeht, ist man dabei.» Um Kontakte zu knüpfen, gibt es unter den 693 Einwohnern 31 Möglichkeiten in Form von Vereinen.

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