Der Preis im Wert von 6000 Franken nahm der 39-jährige Whiskybrenner Lüthy aus Muhen gerne. Regierungsrat Roland Brogli überreichte dem innovatien Bauern den Preis gestern Nachmittag am ersten Buure-Sunntig in der Vianco-Arena Brunegg.

Urs Lüthy produziert zu 100 Prozent Schweizer Whisky. Mit dem Getreideanbau, der Mälzerei, der Destillation und dem Verkauf des Endprodukts behalte er die Wertschöpfung auf dem Hof, fand die Jury. Bei der Bewertung machten auch az-Leserinnen und -Leser mittels Publikumsvoting mit.

Der Regierungsrat zollte dem Sieger Anerkennung: «Dank Ihnen haben wir einen Schweizer Whisky mit 100 Prozent inländischen Produkten.» Das fand auch die Jury. Beim Single Malt Whisky von Urs Lüthy gehe es um «Swissness pur». Der Brenner versuche viel Wertschöpfung auf dem Betrieb zu behalten, indem er - angefangen beim Anbau der Braugerste über die eigene Mälzerei bis zur Destillation und Vermarktung - alles selber mache.

Aargauer Bauern sind vielseitig

Brogli konnte vor 1200 Gästen fünf weitere Preisträger mit dem Aargauer Innovations- und Förderpreis der Landwirtschaft auszeichnen (siehe untenstehenden Artikel). Die prämierten Projekte zeugten vom Ideenreichtum und vom Unternehmertum der Aargauer Landwirtschaft, zeigte sich Brogli überzeugt. «Die Aargauer Landwirte haben das in der Bevölkerung gängige Vorurteil einer unbeweglichen und wenig innovativen Landwirtschaft widerlegt.»

Zwölf Bauern hatten am Wettbewerb teilgenommen, der alle zwei Jahre von der Aargauischen Landwirtschaftlichen Kredit- und Bürgschaftskasse sowie von der Liebegg mit 20000 Franken ausgeschrieben wird. Fachjury und Publikumsstimmen beurteilten die Projekte: Die az Aargauer Zeitung präsentierte die Ideen mit einem Publikumsvoting. Über 3700 Leserinnen beteiligten sich an der Wahl.

«Der Preis bleibt unter uns Mühelern»

Nach der Preisverleihung gratulierten die Müheler Landwirte dem Sieger als Erstes. Robert Stirnemann, der ebenfalls beim Aargauer Innovations- und Förderpreis der Landwirtschaft mitmachte, klopfte Urs Lüthy auf die Schulter. «Toll, jetzt bleibt der Preis unter uns Mühelern.» Lüthy habe nie so recht an seinen Erfolg geglaubt, erzählt Robert Stirnemann. «Einmal sagte er zu mir: Wer interessiert sich schon für Whisky. Mit deiner Erfindung hast du viel die grösseren Chancen.» Stirnemann reichte beim Projekt sein Gerät für die Zusammensetzung von Stahlbändern ein.

Urs Lüthy war gestern überwältigt vor Freude. Eine Erinnerung an diesen einzigartigen Tag trug er bereits: ein T-Shirt mit der Aufschrift «Herr Lüthy - echter Schweizer Whisky». Auf diesen Namen werde er seinen nächsten Whisky taufen.