Das WEZ-Areal im Chilefeld wurde lange Zeit als Industriestandort für die Produktion von Kunststoffartikeln genutzt. Betriebliche Umstrukturierungen machen inzwischen einen Teil der Fläche für eine bauliche Entwicklung frei. Im Dezember 2017 lag ein entsprechendes Baugesuch für ein gegen 24 Mio. Franken kostendes Projekt auf. Die Procimmo SA, Zürich plante eine neue Produktionsstätte für die WEZ Kunststoffwerk AG, ein Gewerbe- und ein Verkaufsgebäude sowie drei Mehrfamilienhäuser mit 38 Wohnungen. Gemäss geltendem Bauzonenplan befindet sich der gewerbliche Teil des Projekts in der Industriezone. Die Wohnüberbauung dahinter liegt in der Zone Wohnen und Gewerbe 3-geschossig. Sie wurde als Arealüberbauung eingereicht, weil dies eine höhere Ausnutzungsziffer (0,8 statt 0,65) und eine höhere Geschosszahl ermöglichen würde.

Planungszone verfügt

Vor einem knappen Jahr hat der Gemeinderat das Vorhaben gebremst, indem er über die beiden betroffenen Parzellen eine Planungszone erliess. Diese gilt, bis die revidierte Nutzungsplanung der Gemeinde in Kraft tritt, höchstens aber fünf Jahre. Während dieser Zeit dürfen keine Vorkehren getroffen werden, «welche die Verwirklichung des Zwecks der anstehenden Revision Nutzungsplanung erschweren bzw. ihr entgegenstehen».

Inzwischen ist die Revision der Nutzungsplanung in die Gänge gekommen. Aktuell, bis zum 15. Mai, läuft die Mitwirkung zum Entwurf des Räumlichen Entwicklungsleitbilds (REL, siehe gestrige Ausgabe). Darin erscheint das WEZ-Areal als sogenanntes Handlungsgebiet, genauer: als eines von acht Schlüsselgebieten für die künftige räumliche Entwicklung. Das WEZ-Areal gehört zu jenen fünf der acht Gebiete, die heute grösstenteils bebaut sind. «Hier», so heisst es im REL, «steht eine Umstrukturierung mit Ziel der dichteren Nutzung im Vordergrund.» Den Schlüsselgebieten wird im Entwurf, der von einer kommunalen Begleitgruppe und der Planar AG für Raumentwicklung erarbeitet wurde, eine wichtige Rolle zugewiesen, wenn es darum geht, «einen grossen Teil des künftigen Bevölkerungswachstums abzufangen und eine qualitätsvolle dichte Bebauung voranzutreiben». Im Interesse der Qualität sollen Instrumente wie Gestaltungsplan oder Arealüberbauung zum Zug kommen.

Konkret heisst es im REL in Bezug auf das WEZ-Areal: «Aufgrund der guten Lage mit guter öV-Erschliessung sind hier neben Gewerbenutzungen auch Wohnnutzungen denkbar und wünschenswert. Das Areal soll möglichst ganzheitlich entwickelt werden (Arealüberbauung oder Gestaltungsplan) und eine angemessene Dichte erreichen.» Im Grundsatz scheinen also die Verfasser des Entwurfs nun mehr oder weniger die gleichen Ziele vor Augen zu haben wie die Bauherrschaft schon vor anderthalb Jahren.

Zu den andern vier überbauten Schlüsselgebieten gehört der Raum Bahnhof/Ortskern, wo konkrete städtebauliche Vorstellungen entwickelt werden sollen (städtebauliche Studie, Entwicklungsrichtplan). Weiter zählen dazu das Gebiet Gerbergasse/Uerkenweg, das Areal der Jakob Härdi AG und das Bürsti-Areal. Letzteres ist bis 2040 im Baurecht an eine Genossenschaft vergeben. Flächen am nördlichen Rand des Bürsti-Areals werden im REL-Entwurf jedoch als unternutzt bezeichnet. Drei noch nicht überbaute Schlüsselgebiete sollen neu entwickelt werden: 2,3 Hektaren im Gebiet Gerbergasse/Tanngasse (Wohnzone), 0,6 Hektaren im Bereich Köllikerstrasse/Birkenweg (Wohnzone) und 0,7 Hektaren am Kirchenfeldweg (Mischzone).