Gerümpel, der zum Leben erwacht. Rostige Nägel, die sich zu Figuren, Tieren und Wesen zusammensetzen. Zum Leben erwachen und Geschichten erzählen. Alles, was rostet und scheinbar wertlos scheint, sind die sonstigen Helden. Das Objekttheater TamTam aus den Niederlanden erzählte in ihrem neuen Stück «Rostige Nägel und sonstige Helden» eine Geschichte ganz ohne Worte. Handlungen und Interpretationen des Gesehenen blieben den Zuschauern überlassen.

In einer Szene traten alte Gartenhandschuhe auf. Blaue und orange. Ein oranger wird von zwei blauen «umgekrempelt» und von der Bühne geschoben. Dann gehen die zwei Gruppen aufeinander los und bekämpfen sich. Scheu und unbemerkt nähern sich ein oranger und ein blauer Handschuh an. «Das war die Romeo-und-Julia-Geschichte», lacht Gérard Schiphorst, der zusammen mit Marije van der Sande das TamTam 1979 gegründet hat.

Seither traten sie mit ihren Programmen in über 26 Ländern auf. Angefangen hatten sie als Puppenspieler, wandten sich dann aber bald den Gegenständen, eben, Objekten zu. Ihre eigenwilligen Stücke entwickeln sie in ihrer Werkstatt in Deventer. In ihrem visuellen Theater, in dem Gegenstände, Bilder, Musik, Licht und Ton und manchmal Video zusammen die Geschichte erzählen, verändern sich wertlose Fundstücke in Akteure einer dargestellten Geschichte.

Jede Bewegung, jede Figur und jede Handlung wird mit Musik untermalt. Diese haben die beiden Künstler selbst komponiert und ihrem Stück angepasst. Die Objekte werden derweil auseinander genommen und wieder neu kreiert. So wird aus einem Schiff ein Elefant und aus einer alten Säge ein Seeungeheuer. Gespielt wird auf einem kleinen Tisch, auf dem das Hintergrundbild gedreht werden kann.

Da TamTam ihre Tournee mit «Rostige Nägel und sonstige Helden» in der Schweiz begonnen hatte, war dies auch gleichzeitig die «Welturaufführung» des Stücks. Der Satz «Und Sie waren dabei!», ging jedoch beinahe im Applaus der Zuschauer unter.