Cannabis im Aargau
Werden Oberentfelden und Suhr künftig zu Hanfplantagen?

In beiden Gemeinden liegen aktuell Baugesuche für Indoorproduktionsanlagen für Hanfpflanzen auf. Abnehmer wird unter anderem die Firma Zauber-Blüten aus dem Freiamt. Der zulässige CBD- und THC-Gehalt wird geprüft.

Daniel Vizentini
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Impressionen aus der CBD-Indoorplantage Grow Factory in Dietikon.

Impressionen aus der CBD-Indoorplantage Grow Factory in Dietikon.

Sandra Ardizzone (1.10.2019

Jeffrey Di Renzo und Nino Pianezzi vom Hanfproduktehändler «Hanfbob» aus Hedingen ZH haben ein Baugesuch für eine Produktionsanlage für CBD-Hanf an der Industriestrasse 23 in Oberentfelden eingereicht, nahe beim Aldi und unter der Firma Tobler Heizsysteme. Konkret geht es um die Umnutzung von Lagerräumen mit einer Fläche von 211 und 193 Quadratmetern im Untergeschoss.

In Oberentfelden soll nur produziert werden: Hauptabnehmer der Produkte wird laut Gesuch die Firma Zauber-Blüten GmbH aus Oberlunkhofen. Deren Shop wurde erst kürzlich im Dezember in Bremgarten eröffnet. Diese Firma soll auch die Hanfstecklinge für die Produktion bereitstellen.

Die Stecklinge werden «zirka zehn Wochen lang beleuchtet und alle zwei bis drei Tage von Hand bewässert», schreiben die Gesuchsteller. Danach werden die Pflanzen getrocknet. «Die Blüten werden als Tabakersatz und die Blätter für Tee weiterverkauft. Die Stiele werden kompostiert oder je nach Nachfrage auch weiterverkauft.»

Geprüft wird der in Oberentfelden produzierte Hanf im Kanton Zürich: «Ein mindestens zehn Gramm schweres Muster wird dem Kantonschemiker zugesandt.» Dieser muss unter anderem zertifizieren, dass die CBD- und THC-Gehalte im zulässigen Rahmen liegen. Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erhält ein Muster sowie die Analyseergebnisse aus Zürich zugesandt.

Huggler-Areal in Suhr wird auch zur Produktionsstätte

Ein ähnliches Baugesuch liegt auch in Suhr auf: «Umnutzung Werkhalle/Einstellhalle zu CBD-Hanfplantage» im Huggler-Areal am Mühleweg 12. Auf dem Areal sollen dereinst zehn Mehrfamilienhäuser mit 138 Wohnungen entstehen.

Seit dem 1. Januar ist Hanf in der Schweiz nicht mehr dem landwirtschaftlichen Saatgutrecht unterstellt. CBD-Hanf darf deshalb neu unreguliert angebaut werden. Betäubendes Cannabis mit hohem THC-Gehalt ist hingegen weiterhin verboten.