Launig begann Gemeinderat Max O. Schmid das Geschäft, das im Auftrag der letzten Gemeindeversammlung unter seiner Ägide ausgearbeitet worden war. Dieses Traktandum habe Fleisch am Knochen, oder besser: «Gras im Kübel».

Und damit war er am Montagabend an der Gemeindeversammlung in Unterentfelden mitten im Thema. Einem Thema, das bei einigen Häuschenbesitzern mit weitläufigem Umschwung einige Wogen aufwarf.

Spartipps von Max O. Schmid

Für die 150 Männer und Frauen – von insgesamt 2484 Stimmberechtigten in Unterentfelden – mussten zusätzliche Stühle im Saal aufgestellt werden. «Ich kann mich nicht erinnern», sagte bei der Begrüssung Gemeindeammann Heinz Lüscher, «wann das das letzte Mal passiert ist.»

Traktandum 6 – Revision des Abfallreglements – sah die kostendeckende Finanzierung der gesamten Abfallbewirtschaftung nach dem Verursacherprinzip vor. Nötig seien dafür eine Grüngutgebühr und höhere Kehrichtsackgebühren.

Ein solches Verursacherprinzip entspreche auch der kantonalen Vorgabe, ergänzte Gemeinderat Max O. Schmid. «Mit 3.50 Franken statt bisher 2.50 Franken für einen 35-Liter-Sack sind die Kosten gedeckt.»

Schmid schob zwei Sparvorschläge für den Privathaushalt nach. Er verwies auf einen Rasenmäher-Roboter, «der nicht alle Welt kostet.» Kurz abgeschnitten kann das Schnittgras liegen bleiben, dient dem Rasen als Dünger und verhindert sogar dessen Austrocknen.

Spartipps auch für den Kehricht: «Meine Frau füllt drei durchsichtige 20-Liter-Plastiksäcke mit Abfall. Die presst sie so zusammen, dass alle drei in einem einzigen 17-Liter-Sack Platz finden.» Die Lacher hatte Gemeinderat Schmid damit auf seiner Seite.

«Gebühren sind unsozial»

Zur Revision des Abfallreglementes führte es letztlich aber nicht. Ein Rückweisungsantrag von Walter Annaheim, ohne neuen Auftrag an den Gemeinderat, wurde mit 89 zu 50 Stimmen gutgeheissen. Annaheim hatte die Kehrichtsackgebühr als unsozial bezeichnet: «Grosse Familie bezahlen mehr.»

Damit erübrigte es sich, über den Antrag des Gemeinderates sowie einen weiteren, abgeschwächten Bürgerantrag abzustimmen. Bei letzterem hätte man dem bisherigen Abfallreglement eine jährliche Grundgebühr von 40 Franken für die Grüngutentsorgung hinzugefügt.

Steinrabatten statt Rasen?

Die Stimmberechtigten lieferten für ihren Entscheid Argumente wie «Was machen wir mit den vielen Holzbürdeli, die anfallen wenn wir die Hecken und Bäume in unseren Gärten schneiden, in denen so viele Vögel leben?» oder «Sollen wir uns künftig die Arbeit mit dem Rasen ersparen und stattdessen Steinhaufen anlegen? – Seien Sie doch solidarisch!»

Eine weitere Stimmberechtigte pochte auf eine Grundsatzdiskussion. Wenn eine Verursacher-Gebühr eingeführt werde, müsse das fiskalische Konsequenzen haben, meinte sie. Max O. Schmid verwies jedoch auf das Loch von gut 500 000 Franken in der Unterentfelder Rechnung.

«Wir versuchen zu sparen», sagte er, «wir können keine Steuern senken.» Gegen 200 000 Franken würden mit einer Gebühr eingespart. Die Devise laute, sagte er, Gebühren erhöhen oder rauf mit den Steuern.

Lakonisch meinte schliesslich ein Bürger, die Voten, die jetzt kämen, kämen von Leuten, die bei der Auftragserteilung an der letzten Gemeindeversammlung nicht dabei gewesen seien. Nun werde der Antrag wohl scheitern und dann werde man halt die Steuern erhöhen müssen. «Bei Steuererhöhungen hat der Souverän das letzte Wort», kam dazu prompt die Antwort aus dem Saal.