Aarburg
Wer Sozialhilfe will, muss zuerst einen Monat für die Gemeinde arbeiten

Die Gemeinde Aarburg ersetzt per sofort ihr Sozialdienst-Programm: Wer nun Sozialhilfe-Gelder will, muss zuerst für die Gemeinde arbeiten. Damit sollen nicht zuletzt Sozialhilfe-Schmarotzer frühzeitig erkannt werden.

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Sozialhilfebezüger müssen ab sofort zuerst bei der Gemeinde einen Monat arbeiten – zum Beispiel im Wald

Sozialhilfebezüger müssen ab sofort zuerst bei der Gemeinde einen Monat arbeiten – zum Beispiel im Wald

Keystone

Wer ab sofort in Aarburg ein Sozialhilfegesuch einreicht, muss zuerst für einen Monat bei der Gemeinde arbeiten. In der Fachsprache wird dieses Modell «Passage» genannt und stammt von der Stadt Winterthur, die bereits seit zwei Jahren gute Erfahrungen damit gemacht hat. «Selbst die Teilnehmenden geben positive Rückmeldungen», sagt Mark Häfliger, Leiter Departement Soziales in Winterthur, zur az.

Nun führt dieses Modell per sofort auch die Gemeinde Aarburg ein, nicht zuletzt wegen einem anderen, wichtigen Grund: «Wer unser Angebot nicht annehmen und nur die hohle Hand machen will, wird bei diesem Programm Schwierigkeiten bekommen. Erfahrungen haben gezeigt, dass diese Personen wieder von der Sozialhilfe absehen», sagt Max Hirsbrunner, Aarburgs Leiter der Sozialen Dienste.

Nicht unter dieses Programm gehen Personen, die krank oder arbeitsunfähig sind, Kinder betreuen oder bereits ein gewisses Arbeitspensum arbeiten.

4000 Franken Lohn

Das neue Modell funktioniert so: Unmittelbar nach der Einreichung des Sozialhilfegesuchs führen die Sozialarbeiter mit dem Gesuchsteller ein Gespräch und vereinbaren die Anstellung. Die Person wird dann für die Dauer eines Monats in einem Bereich der Gemeinde angestellt und bezieht während dieser Zeit einen normalen Lohn. Dieser dürfte laut Gemeinde Aarburg rund 4000 Franken betragen.

Die Arbeit verrichten die angestellten Sozialhilfeempfänger im Werkhof, in den Schulanlagen oder beim Forstamt im Wald. «Wir versuchen das Optimum zwischen Arbeitsangebot und Fähigkeiten der Personen herauszuholen», sagt Hirsbrunner.

Winterthur macht gute Erfahrungen

Nach diesem Monat der Anstellung wird eine Standortbestimmung mit dem Teilnehmer durchgeführt und geprüft, ob eine Weiteranstellung infrage kommt. Kann dies ausgeschlossen werden oder ist es der Gemeinde nicht möglich die Person anzustellen, wird sie weiterhin finanziell unterstützt.

Das Ziel mit diesem Programm ist aber klar: Die Sozialhilfe-Empfänger sollen zurück in den Arbeitsmarkt integriert werden. «Wir machen uns nichts vor: Uns ist bewusst, dass das ein schwieriges Unterfangen ist», so Hirsbrunner. (sha)

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