«Können wir anfangen?», fragt Margrit Müller am Samstagmorgen. Die Kindergärtnerin und Heilpädagogin brennt darauf, Hand anlegen zu können. Es ist Aktionstag auf dem «neuen» Spielplatz Scheibenschachen hinter dem Schützenhaus. Die Angst, dass wegen schlechten Wetters niemand aufkreuzt, erweist sich als unbegründet: Nach und nach tröpfeln Familien mit Kindern ein auf dem noch etwas morastigen Gelände.

Vieles wird neu auf dem Spielplatz. «Aus Sicherheitsgründen mussten Geräte aus dem Verkehr gezogen werden», sagt Angela Disch, Projektleiterin bei der Stadt Aarau. Das bot Landschaftsarchitekt Philipp Müller und den einbezogenen Gruppen, Quartierverein, Elternverein und Fachstelle Kind und Familie der Stadt Aarau, Gelegenheit, nicht bloss Geräte zu ersetzen.

Margrit Müller baut beim Astsofa im Wäldchen mit. Seit Jahrzehnten wohnt sie im Quartier, war auch mit den eigenen Kindern oft auf dem Spielplatz. Eifrig schaffen Erwachsene und Kinder Äste heran, die zwischen kreisförmig angelegte Pfostenpaare gelegt werden. Forstwartlehrling Marc Dumont hilft mit, wenn die Äste zu lang sind. Oder – für die Kinder – zu schwer.

Die Anwohner, speziell aber die Kinder miteinzubeziehen, gehört zum Konzept. Mitarbeit schafft Identifikation. Der neue Spielplatz soll Begegnungsort für alle Generationen werden. So gibt es denn einen Bereich für die kleineren Kinder, wo man mit und im Sand spielen kann. Der Abfluss des Brunnens aus dem zentralen Platz führt als Bächlein daran vorbei. Auf der anderen Seite gibt es Kletterstrukturen, eine grosse Wippe und eine Rutsche sowie einen Zugang zum Rombachbächli. Auf den Platz in der Mitte, einer Lichtung, kommt neu ein Holzrost zu stehen, der verschiedenste Funktionen übernehmen kann. Man kann darauf sitzen, ihn aber auch als Bühne gebrauchen.

Auf dem ganzen Gelände liegen Baumstämme. Das hat System. «Die Baumstämme am Weg verbinden die einzelnen Bereiche des Platzes», sagt Philipp Müller. Balancieren, Sitzgelegenheiten. Da ist Heinz Hartmann mit seiner Motorsäge am Werk. «Es wächst langsam», sagt er. Der oberste Ausbildner beim Gärtnermeisterverband setzt spontan seine Säge an. Da gibts ein Auge, dort sieht er im auslaufenden Ast einen Schlangenkopf. Die Kinder erhalten Feilen und machen sich an die Feinarbeit. Nicht selten zeigen die Mütter mehr Durchhaltewillen. Bereits fertig ist Hartmanns Zwerg in der Nähe der Feuerstelle. Hier malen die Kinder: rote Zipfelmütze, blaue Augen.

Vor Weihnachten sollten die Spielgeräte fertig sein, und auch der «alte» Pingpong-Tisch wird wieder an seinem Ort stehen. Das Gelände soll, so Müller, mit Bäumen und Sträuchern an den Rändern eine geschlossene Einheit bilden mit dem zentralen Platz als Lichtung. Die offizielle Einweihung des 310000-Franken-Projekts dürfte gemäss Angela Disch im Frühling stattfinden.