Stadionprojekt
Wer reichte die Beschwerde ein? Drei der vier früheren Einsprecher verneinen

Seit heute Nachmittag ist klar: Die Baubewilligung für das neue Aarauer Fussballstadion wird wegen einer Beschwerde quasi in letzter Minute doch nicht rechtskräftig. Dabei stellt sich automatisch die Frage, wer das Projekt verhindern will.

Katja Schlegel und Fabian Hägler
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Visualisierung des neuen Aarauer Stadions: Ab wann der FCA hier seine Heimspiele wird austragen können, ist nach der Beschwerde wieder offen.

Visualisierung des neuen Aarauer Stadions: Ab wann der FCA hier seine Heimspiele wird austragen können, ist nach der Beschwerde wieder offen.

ZVG

Seit Tagen haben die Aarauer ungeduldig auf die erlösende Nachricht gewartet. Gestern kam sie – doch es war eine Schreckensnachricht: Gegen die Baubewilligung für das Stadion mit Mantelnutzung wurde quasi in letzter Minute eine Beschwerde eingereicht.

Das Einschreiben sei mit Poststempel vom 7. Juli aufgegeben worden, teilt die Staatskanzlei mit. Ob die Beschwerdefrist damit eingehalten wurde, muss jetzt geklärt werden.

FC Aarau hofft auf provisorische Bewilligung

Der FC Aarau hatte die Lizenz für die im Frühsommer zu Ende gegangene Saison 2013/2014 im alten Stadion Brügglifeld von der Super League nur unter Auflagen erhalten. Ob eine provisorische Bewilligung auch für die Saisons 2014/2015 und 2016/2017 ausgestellt wird, ist noch nicht sicher. Falls nicht, müsste der FC Aarau seine Heimspiele auswärts austragen.

Im Mantel des neuen Stadions sollen ein Einkaufszentrum sowie Büros, Wohnungen und Räume für Detailhandel und Gastronomie untergebracht werden. Zusammen mit dem neuen Fussballstadion entsteht im Gebiet Torfeld Süd - in einem ehemaligen Industriegebiet östlich des Bahnhofs Aarau - für 170 Millionen Franken ein völlig neuer Stadtteil. (sda)

Auf die Frage nach dem Beschwerdeführer hüllt man sich bei der Staatskanzlei in Schweigen. Auch die Bauherrin, die HRS Real Estate AG, kann keine Angaben zum Urheber machen. Auch sie hätte die Möglichkeit gehabt, die Baubewilligung für das eigene Projekt anzufechten. «Die Beschwerde stammt nicht von uns und wir wissen auch nicht, wer sie eingereicht hat», teilt die HRS auf Anfrage mit.

Es bleiben vier Parteien übrig, die schon vor der Baubewilligung Einsprache erhoben hatten: zwei Private, eine Firma und der VCS. Die Firma hatte ihre Einwendung vor der Baubewilligung zurückgezogen und der VCS Ende Mai mitgeteilt, die Baubewilligung nicht anzufechten.

Und gut zwei Wochen ist es her, seit ein Anwohner aus dem Gönhardquartier die weisse Fahne geschwenkt hat. Auf Anfrage betonte er gestern noch einmal, nicht der Beschwerdeführer zu sein. Bleibt die zweite Privatperson als mögliche Beschwerdeführerin – eine entsprechende Anfrage der az blieb unbeantwortet.