Alles ein Missverständnis? Oder gibt es ein Kommunikationsproblem innerhalb des Stadtrates? Fest steht: Eine Petitio-Petition, die sich mit dem Kinderlärm beim Telli-Schulhaus befasst, wühlt auf. Bis gestern Abend 22 Uhr hatten 470 Personen das Begehren für «Raum zum Spielen für Kinder und Jugendliche in Aarau» unterzeichnet. Und gleichzeitig reagierte der Stadtrat ungewöhnlich scharf auf die Berichterstattung in der AZ von gestern. Um 21.08 Uhr ging ein Begehren für eine «umgehende Berichtigung» ein.

Die Fakten im zeitlichen Ablauf:

  • Am 19. März, also vor einem Monat, reichten die Einwohnerräte Susanne Klaus (Grüne) und Thomas Grüter (SP) eine parlamentarische Anfrage ein unter dem Titel «Situation Pausenplatz Telli» (AZ vom 21. 3.). Darin steht über ein Lärmschutznetz vor der Fensterfront der Turnhalle: «Laut Auskunft vom Leiter Betrieb und Unterhalt habe der Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker den Entscheid zur Montage aufgrund von Reklamationen aus der Nachbarschaft gefällt.» Und weiter: «Wieder ein paar Wochen später wurde der Schulleitung durch Hanspeter Hilfiker mitgeteilt, dass die Fussballtore ab sofort nun täglich vom Facility Manager am Morgen raus- und am Abend wieder ins Schulhaus reingetragen werden müssen.»
  • Gestern berichtete die AZ über eine neue Petitio-Petition von Hansueli Trüb, dem Präsidenten des Quartiervereins Telli. Darin steht: «Beim Schulhaus Telli wurden die Basketballkörbe abmontiert und die Fussballtore müssen neu auf Weisung des Stadtrates in der unterrichtsfreien Zeit entfernt werden.» Im AZ-Bericht stand darum: «Weil ein paar Anwohner beim Stadtrat reklamiert hatten, beschloss dieser vor ein paar Wochen, dass die Fussballtore in der unterrichtsfreien Zeit nicht mehr genutzt werden dürfen.» Und: Die Petitionäre würden sich gegen den Stadtratsbeschluss wehren.
  • Dazu schreibt Stadtschreiber Daniel Roth in einem Mail von gestern, 21.08 Uhr: «Im Auftrag des Stadtrats teile ich Ihnen mit, dass die Berichterstattung zur aktuellen Petitio zum Kinderlärm fälschlicherweise von Beschlüssen des Stadtrats spricht. Der Stadtrat hält fest, dass es in der Sache keinen aktuellen Stadtratsbeschluss gibt. Der Stadtrat hat weder beschlossen, dass ein Netz gespannt wird, noch dass Tore entfernt werden müssen.» Der Stadtrat werde eine aktuelle Beurteilung und die Beantwortung der Anfrage aus dem Einwohnerrat sowie weiterer Bürgeranfragen erst an einer der nächsten Sitzungen vornehmen.