Wahlen AG 2020

Wer jetzt die Ärmel hochkrempeln muss und wer über die Klinge springt

Nadja Rohner
Über die Klinge springen muss ausgerechnet Marco Hardmeier.

Über die Klinge springen muss ausgerechnet Marco Hardmeier.

Die SP verlor im Bezirk einen Grossratssitz. Genau hinschauen muss auch die FDP. Ein Kommentar zu den Siegern und Verlierern der Wahlen im Bezirk Aarau.

Vor vier Jahren sprach Marco Hardmeier von einem «perfekten Wahlsonntag mit leichten Trübungen». Am Sonntag fand sich seine Partei im dichten Nebel wieder: Die SP ist zwar in der Stadt Aarau noch immer vorherrschend, verlor dort aber 5,5 Prozent und im Bezirk mehr als 4 Prozent – minus ein Grossratssitz.

Über die Klinge springen muss ausgerechnet Hardmeier. Dass ein ehemaliger Grossrats- sowie Kantonalparteipräsident und potenzieller Regierungsratskandidat – er unterlag in der parteiinternen Nomination Dieter Egli – nicht einmal mehr als Grossrat gewählt wird, ist erstaunlich. Ihm fehlten fast 950 Stimmen – was daran liegen mag, dass er in der Region weniger präsent ist als Lelia Hunziker oder Silvia Dell’Aquila.

Drei Grossräte aus Agglomerationsgemeinden

Genau hinschauen muss auch die FDP. Sie hatte die wahrscheinlich hochkarätigste Liste aller Parteien, verlor aber 0,7 Prozent. Und: Es dürfte das erste Mal sein, dass ein kandidierender Aarauer Stadtpräsident nicht gewählt wird. Hanspeter Hilfiker hat sich möglicherweise zu sehr auf die Kraft seines Amts verlassen; im Wahlkampf nahm man ihn wenig wahr. Immerhin: erster Ersatzplatz.

Und die SVP? Die hat bezirksweit knapp ein Prozent verloren und konnte vom BDP-Kandidaturverzicht nicht profitieren, stellt aber erfreulicherweise drei Grossräte aus Agglomerationsgemeinden. Aber aufgepasst im Hinblick auf die Einwohnerratswahlen nächstes Jahr: Die Verluste in Aarau (1,5 Prozent) und vor allem in Buchs (3,2 Prozent) müssen zu denken geben.

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