Aarau-Buchs
Wer in der grössten Schule künftig das Sagen hat

Im Schatten der Gemeinderatswahlen wurde auch das neue Parlament der künftig grössten Aargauer Schule gewählt. Auch hier hatte die SVP Pech.

Nadja Rohner
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Schulhaus Risiacher in Buchs.

Schulhaus Risiacher in Buchs.

Sandra Ardizzone

16 Kreisschulräte waren am Sonntag zu wählen. 5 für Buchs, 11 für Aarau. Sie sind das höchste Organ der künftigen Kreisschule Aarau-Buchs. Es lohnt sich, einen Blick auf die Zusammensetzung des neuen Kreisschulrats zu werfen. Schliesslich hat dieser die alleinige Kompetenz über das Schulbudget und damit über einen namhaften Posten der jeweiligen Gemeindebudgets.

Im alten Kreisschulrat Buchs-Rohr hatte die FDP mit fünf Sitzen die grösste Vertretung, gefolgt von SVP und SP mit je vier. Im neuen Kreisschulrat Aarau-Buchs liegt nach wie vor die FDP vorne. Sie konnte ihre fünf Sitze halten. Die SVP hat aber zwei Sitze verloren – in Aarau schaffte es nur Polit-Newcomerin Nicole Burger. Susanne Knörr und Heinz Suter, beides erfahrene Einwohnerräte, wurden nicht gewählt. Die SVP Buchs, die mit den Einwohnerrätinnen Jasmin Blaser und Christiane Suter sowie mit Feuerwehrmann Marc Dettwiler antrat, erlitt sogar einen Totalausfall. Eine Rolle spielte dabei wohl auch, dass keiner dieser drei im alten Kreisschulrat Buchs-Rohr gesessen hatte.

Sitzgewinne verbuchten am Sonntag die SP und die CVP. Die EVP schaffte es in Buchs, mit Joel Blunier (Vizepräsident des alten Kreisschulrates) den Sitz zu halten, in Aarau scheiterte Kornelia Forrer. Neu ist die GLP im Kreisschulrat vertreten (Philippe Kühni, Aarau). Pro Aarau hat zwei Sitze wie bis vor kurzem im Kreisschulrat Buchs-Rohr (Ratspräsidentin Priska Garbely ist jetzt parteilos). Auffallend: Frauen haben die Oberhand. Sie haben 11 von 16 Sitzen inne.

Wünschenswert ist, dass die neuen Kreisschulräte nicht vorzeitig zurücktreten. Denn im Gegensatz zu anderen Parlamenten wie etwa dem Einwohnerrat gibt es beim Kreisschulrat keine Listen-, sondern eine Kopf-Wahl. Das heisst: Tritt ein Ratsmitglied zurück, muss die Nachfolge relativ aufwendig an der Urne bestimmt werden. Ursprünglich wollte man den Kreisschulrat durch den Einwohnerrat wählen lassen. Doch die Einwohnerräte Aarau (knapp) und Buchs (sehr deutlich) änderten diesen Teil der Satzungen zugunsten einer Volkswahl ab. Man wolle die Kreisschule so besser im Volk verankern und die Legitimation erhöhen, lautete das Hauptargument dafür. Kritische Stimmen wiesen darauf hin, dass dies zum Nachteil der kleinen Parteien wäre, die mehr Mühe haben würden, immer wieder Wahlkampf zu betreiben, um ihre Vertreter in den Kreisschulrat reinzubringen.

13 wollen Schulpfleger werden

Offiziell sind die neuen Kreisschulräte ab 1. Oktober im Amt – also schon in wenigen Tagen. Die erste Sitzung findet am 23. Oktober statt. Sie dient der Konstituierung des Rates. An 22. November kommt der Rat dann erneut zusammen. Dann erfüllt er seine wohl wichtigste Aufgabe in der nächsten Zeit: die Wahl der Kreisschulpflege. Diese besteht gemäss Satzungen aus 5 bis 9 Personen, gewählt werden am Anfang wohl 7. Sicher ist: Jede Gemeinde erhält mindestens zwei Sitze.

Bis gestern konnte sich jede stimmberechtigte Person aus Aarau oder Buchs für die Kreisschulpflege bewerben – es gingen 13 Dossiers ein. Darunter dürften sich einige amtierende Schulpfleger aus Aarau und Kreisschulpfleger der alten Kreisschule befinden. Eine Wahlkommission wird die Bewerbungen sichten und dem Kreisschulrat am 22. November Empfehlungen abgeben. Schon am 27. November ist der offizielle Amtsantritt der neuen Kreisschulpfleger. Sie werden danach – ebenso wie die Kreisschulräte – mit den Vorbereitungen für die neue Kreisschule beschäftigt sein. Sie soll am 1.8.2018 den Betrieb aufnehmen.