Im Aargau treten am 20. Oktober 496 Kandidatinnen und Kandidaten zu den Nationalratswahlen an. Etwa ein Drittel wohnt in der AZ-Region Aargau West. Von den drei Bisherigen möchte einzig Beat Flach (GLP, Auenstein) wieder nach Bern. Corina Eichenberger (FDP, Kölliken) und Sylvia Flückiger (SVP, Schöftland) verzichten auf eine Wiederwahl. Von den Wahlbeobachtern besonders hoch gehandelt werden die Kandidaten Maja Riniker (FDP, Suhr), Gabriela Suter (SP, Aarau), Alois Huber (SVP, Möriken-Wildegg), Lukas Pfisterer (FDP, Aarau), Clemens Hochreuter (SVP, Erlinsbach) und allenfalls Barbara Portmann (GLP, Lenzburg). Daneben fällt Strassenbenützern auf, dass etwa Suzanne Marclay (FDP, Aarau) besonders viele Plakate hat aufstellen und -hängen lassen.

Gewisse Familien sind Dauer-Kandidaten

Wer sind die 150 anderen Kandidaten aus der Region Aargau West? Bei der Durchsicht der Listen fällt auf, dass es – speziell bei den kleineren Parteien – eine Reihe Leute gibt, die immer wieder dabei sind. Als Listenfüller mit wenig Ambitionen und meist beschränktem Engagement. Bei den Grünen ist etwa die Familie Bossard aus Kölliken gut vertreten. Bei der BDP treten die Baslers – auch aus Kölliken – gehäuft auf. Ebenfalls auf der BDP-Liste: Mister RBL und Mister Seetal Tourismus René Bossard (Schafisheim).

Oft genügt es, den Namen zur Verfügung zu stellen

Die CVP ist mit neun Listen im Rennen. Entsprechend gross war der Bedarf an Personal. Wer in irgendeiner Form eine Funktion hat, scheint aufgestellt worden zu sein. So fällt auf, dass neben Werner Schib, Vizepräsident des Stadtrates von Aarau, etwa auch die Erlinsbacher Gemeindepräsidentin Monika Schenker für Bern kandidiert. Doppelt vertreten sind die Landolfos aus Birrwil. Isabell Landolfo, die Präsidentin der CVP des Bezirks Kulm, hat es sogar auf die Hauptliste geschafft. Sabine Sutter-Suter (Lenzburg) steht dort auf dem hervorragenden dritten Listenplatz. Ihre Chancen, gewählt zu werden, sind allerdings beschränkt. National am meisten auf sich aufmerksam gemacht hat bisher Christina Bachmann-Roth («Bald kommen meine Tage», Lenzburg).

Ebenfalls bei der CVP fallen auf: der Aarauer Paul Steffen, der Vizedirektor des Bundesamtes für Umwelt ist. Und Lotti Baumann (Beinwil am See), die Präsidentin des Aargauer Landfrauenverbandes.

Aus dem Jugend- ins Eidgenössische Parlament?

Die Grünliberalen treten mit drei Listen an: Weil ihre Personaldecke nicht sehr gross ist, kandidiert fast alles, was Rang und Namen hat. Immerhin haben die Grünliberalen mit Renata Siegrist (Zofingen) die aktuelle Grossratspräsidentin auf ihrer Hauptliste. Mit dabei ist auch Matthias Betsche (Möriken-Wildegg), der Präsident von Pro Natura Aargau. Es hat aber auch schon lange bekannte Gesichter wie Adrian Bircher (Aarau) oder «Boiler»-Inhaber Michael Ganz (Aarau).

Wenig überraschend ist, dass der Präsident des Jugendparlaments Aargau, Samuel Hasler (SVP, Buchs), gerne in Bern politisieren würde. Auf der Liste «queer*feministisch!» der SP ist die AZ-Region Aargau West einzig mit Sara Suter (Aarau) vertreten. Auf der Migrat*innen-Liste kandidiert Funda Mignogna, besser bekannt unter ihrem ledigen Namen Yilmaz (damals Buchs, heute Schöftland).

Gemeindeammänner mit dem Wunsch nach mehr

Maximilian Reimann (bisher SVP) konnte für sein «Team65+» drei prominente Kandidaten aus der Region gewinnen: Willy Wenger, den aktuellen Gemeindeammann von Biberstein, Barbara Buhofer, die gewesene Frau Gemeindeammann von Birrwil, und den Küttiger Unternehmer Robert P. Hilty.