Aarau/Buchs
Wer darf Kreisschulpfleger werden? – Kandidatenfeld gibt Anlass für Diskussionen

Zehn Personen stehen noch zur Wahl für die Kreisschulpflege Aarau/Buchs. Sieben werden von der Wahlkommission empfohlen, drei nicht. Darunter auch Kandidaten, die jahrelang der Schulpflege Aarau angehörten.

Nadja Rohner
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Kreisschule Buchs-Rohr

Kreisschule Buchs-Rohr

Sandra Ardizzone

Morgen Mittwochabend tagt der Kreisschulrat der neuen Kreisschule Aarau-Buchs zum zweiten Mal. Dann wird er eine seiner wichtigsten Handlungen vornehmen: Die Wahl der sieben künftigen Kreisschulpfleger, also der Exekutive der neuen Schule, die im kommenden Sommer die Kreisschule Buchs-Rohr und die Schule Aarau ablösen wird. Dass 13 Kandidaturen eingegangen sind, war bekannt. Die Namen wollte der Kreisschulrat aber erst gestern der breiten Öffentlichkeit präsentieren.

Nur eine fünfköpfige Wahlkommission, bestehend aus Kreisschulräten, hatte die Gelegenheit, die Kandidaten persönlich zu treffen und ihnen Fragen zu stellen. Drei Personen haben ihre Kandidatur zurückgezogen. In die Dossiers der zehn Verbliebenen hatten danach alle Kreisschulräte Einblick, persönliche Treffen waren aber explizit nicht vorgesehen. Das sei Sache der Wahlkommission, hiess es.

Zwei Bisherige fielen durch

Von den zehn Personen, die nun noch zur Wahl stehen, werden sieben von der Wahlkommission empfohlen, drei nicht. Pikant: Neben Tamara Buchser-Moretton (parteilos, Buchs) haben auch Barbara Dumont (parteilos, Aarau) und Rolf Schwyter (Grüne, Aarau) keine Unterstützung durch die Kommission. Dumont und Schwyter gehören seit einigen Jahren der Schulpflege Aarau an und wurden im September vom Volk für die verkürzte Amtsperiode (die Schule Aarau wird im Sommer 2018 aufgelöst) wiedergewählt. Barbara Dumont machte dabei sogar das zweitbeste Resultat.

Auf die Frage, weshalb sie bei der Wahlkommission durchfielen, kann Kreisschulratspräsident Joel Blunier nicht näher eingehen: «Die Wahlkommission hat darauf fokussiert, uns Kreisschulräten mitzuteilen, weshalb sie die sieben vorgeschlagenen Personen als fähigste Kandidierende für die Kreisschulpflege erachtet.»

Das sind die Favoriten

Überzeugt haben die Wahlkommission folgende Personen: Daniel Fondado (Pro Aarau), Präsident der Schulpflege Aarau. Bernhard Grafe (FDP), Aarau. Daniela Meier Hächler (FDP), Vizepräsidentin der Kreisschulpflege Buchs-Rohr, Aarau Rohr. Boris Meyer (FDP), Schulpfleger Buchs-Rohr, Buchs. Barbara Tommasini-Valli (parteilos), Buchs. Franziska Zimmerli-Huber (SP), Schulpflegerin Aarau. Ein Name fällt besonders auf: Marco Salvini (parteilos), Aarau. Salvini (34) ist nicht nur Präsident des Vereins Maienzug Vorabend. Sondern auch einer der wichtigsten Angestellten der Stadt Aarau. Als Projektleiter Stadtentwicklung hatte er in den letzten Jahren zwei bekannte Grossprojekte unter sich: den «Zukunftsraum Aarau» – und die Kreisschulfusion Aarau-Buchs. Er gehört deshalb zu den ganz wenigen Leute, die das Kreisschulprojekt in- und auswendig kennen. Seine Kandidatur ist aufgrund des Know-hows zwar naheliegend. Dass jedoch ein städtischer Angestellter einem Exekutivgremium in derselben Stadt angehören soll – auch wenn die Kreisschule eine eigenständige Organisation ist –, hat im politischen Aarau in den letzten Tagen für Erstaunen gesorgt. Salvini sagt dazu auf Anfrage der AZ, er habe die Kandidatur frühzeitig mit seiner Arbeitgeberin abgesprochen. «Das politische Milizsystem lebt davon, dass Amtsträger mehrere Rollen wahrnehmen und ihre beruflichen Erfahrungen bei der Ausübung des Amtes einbringen», sagt er. «In dieser Hinsicht bringe ich eine für die Umsetzung der Kreisschule wertvolle Qualifikation mit.» Bei ihm habe sich im Projektverlauf «der Wunsch verstärkt, die Mitarbeitenden der Kreisschule Aarau-Buchs bei der Umsetzung zu unterstützen. Es würde mich freuen, die Entwicklung der Schule weiter zu gestalten und somit einen Beitrag zugunsten der Schüler, der Mitarbeitenden und einer starken und vernetzten Region Aarau zu leisten.» Marco Salvini kandidiert als Parteiloser und würde sich «zur progressiven Mitte zählen», wie er sagt. Er wohnt mit seiner Frau in der Innenstadt. Sie haben zwei Töchter, die jüngere ist erst knapp vier Wochen alt.

Wieso hats so viele FDPler?

Dass von den sieben zur Wahl empfohlenen Personen drei der FDP angehören, sei Zufall, sagt Kreisschulratspräsident Joel Blunier. «Die Wahlkommission hatte den Auftrag, die fähigsten Personen auszusuchen, unabhängig von deren Parteicouleur.» Im Gegensatz zu Aarau, wo die Schulpflegewahl ein Politikum sei, sei es in der Kreisschule Buchs-Rohr schon immer deutlich unpolitischer abgelaufen. «Die Schulorganisation darf aus meiner Sicht auch keine Ideologie-Frage sein», so Blunier. Anders sei dies beim Parlament, dem Kreisschulrat, wo die Mitglieder ja auch aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit gewählt würden.

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