Aarau

Wer beim Maienzug trinken will, muss künftig auf Einwegbecher verzichten

Abfallvermeidung durch Mehrwegbecher soll nun auch am Maienzug angewandt werden.

Abfallvermeidung durch Mehrwegbecher soll nun auch am Maienzug angewandt werden.

Zukünftig dürfen an Events mit über 500 Besucherinnen und Besuchern nur noch Mehrwegbecher und Depotflaschen angeboten werden - das hat der Stadtrat beantragt.

Die Stadt ist den Mehrwegbecher-Pflicht für Veranstaltungen auf öffentlichem Grund einen Schritt näher. Der Stadtrat beantragt in seiner Botschaft an den Einwohnerrat, die Teilrevision des Reglements über die Nutzung des öffentlichen Grunds gutzuheissen.

Die neue Passage im Reglement verbannt Einwegbecher von Grossanlässen. Zukünftig dürfen an Events mit über 500 Besucherinnen und Besuchern nur noch Mehrwegbecher und Depotflaschen angeboten werden.

Zudem muss für Veranstaltungen ein Abfall- und Entsorgungskonzept beigelegt werden. Diese Teiländerung soll im Sinn der Motion «Mehrwegbecherpflicht an öffentlichen Anlässen» von Esther Belser (Pro Aarau), Petra Ohnsorg (Grüne), Barbara Schönberg (CVP) und Alois Debrunner (SP).

«Musig i de Altstadt» als Vorbild

Mehrwegbecher sind ein Thema, das den Einwohnerrat seit mehreren Jahren beschäftigt. 2016 stellte sich der Stadtrat noch gegen eine entsprechende Motion, weil eine Ausnahmeregelung fehlte. Mit der aktuellen Änderung kann ein Anlass von der Mehrwegbecherpflicht entbunden werden, wenn sie nicht zumutbar sei.

Ein besonderer Umstand liege zum Beispiel vor, wenn an einem Anlass wie einem Markt die Verpflegung nur einen ganz geringen Anteil der Stände einnimmt. Auch beim Gemüse- oder Wochenmarkt ohne einheitlichen Organisator sei nicht von einer grossen Veranstaltung im Sinne des Reglements auszugehen, da sich nicht mehr als 500 Personen am gleichen Ort befinden würden.

Klassische Veranstaltungen für die Mehrwegbecherpflicht wären der Maienzug-Vorabend. Das Musikfestival «Musig i de Altstadt» hat es im August bereits freiwillig vorgemacht: Die Organisatoren haben spontan Mehrwegbecher mit Depot angeboten und waren nach eigenen Angaben sehr zufrieden mit dem Konzept, das viel weniger Abfall hinterlassen habe.

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