Am Donnerstag wurden in der Aarauer Telli zwei Drittklässlerinnen von einem unbekannten Mann angesprochen. Er forderte sie auf, mit ihm mitzukommen. Zum Glück reagierten die Mädchen richtig und rannten weg (die az berichtete).

Remi Bürgi, der Geschäftsleiter der Schule Aargau, verschickte an alle Eltern mit Primar- und Kindergartenkindern einen Informationsbrief.

Sofort die Polizei informieren

Das Wichtigste sei, dass die Schulen nach einem Vorfall umgehend die Polizei kontaktieren. In jedem Fall würde das betroffene Kind in seiner Aussage ernst genommen.

Schwierig würde es dann, wenn ein Primarschüler das Geschehene siebenmal wiederholen muss.

«Wenn die Mutter wissen will, was passiert ist, dann kommt der Vater von der Arbeit nach Hause und möchte auch aufgeklärt werden und am Schluss wollen wir noch Bescheid wissen.» Da könne das Kind in seiner Erinnerung verunsichert werden und die Aussage könnte sich verfälschen, erklärt der Polizeisprecher.

In solchen Momenten drängt die Zeit: «Nur wenn wir schnell informiert werden, können wir mit dem beteiligten Kind sprechen und am selben Tag eine Fahndung herausgeben», so Pfister. Die Zusammenarbeit mit den schulischen Institutionen verlaufe aber normalerweise problemlos, führt er an.

Massnahmen von Eltern

Ein Phänomen zeigt sich in den sozialen Medien. Der Polizeisprecher nennt es den «Multiplikationsfaktor»: Erzählt ein Kind den Eltern, dass es von einem Fremden angesprochen wurde, wollten die Eltern ihr Umfeld informieren und veröffentlichen das Geschehene beispielsweise auf Facebook.

Die Leute lesen dann von einem einzigen Fall auf Facebook, Twitter und zwei anderen sozialen Netzwerken.

«So entsteht der Eindruck, dass es mehrere Fälle gegeben hätte», sagt Pfister – und eine Hysteriewelle erhält Auftrieb. Es sei aber völlig nachvollziehbar und auch in Ordnung, wenn Eltern ihre Bekannten und Freunde warnen und informieren möchten.