Ruhig sitzt sie in der Bahnhofhalle auf dem Boden, stundenlang. Manchmal streckt sie sich, um einzelne Papierschnipsel vor sich auszulegen. Nora von Allmen sortiert Wörter. Die Absolventin der gewerblichen Schule für Gestaltung schneidet die Wörter aus Zeitungen aus und ordnet sie nach Buchstaben. Von A bis Z. «Beim Ypsilon wirds schwierig, das kommt selten vor», sagt dazu Claudia Waldner, die als externe Künstlerin die Lernenden Gestalterischer Vorkurs und Gestalterisches Propädeutikum in Performance instruiert hat. Die Lernenden bieten zum ersten Mal eine Performance im öffentlichen Raum dar. Und alle haben sie sie selber entwickelt.

Die meisten Passanten ignorieren die junge Frau, die in sich selbst versunken mit Zeitung, Schere und Klebstreifen hantiert. Oder sind sie irritiert? Was, wenn jemand Interesse zeigen und Nora von Allmen fragen würde, was sie da mache? – Claudia Waldner weiss die Antwort: «Dann sagt sie: ‹Ich sortiere Wörter.» Alles klar.

Zum Auftritt der Schule für Gestaltung gehört auch der «Adapter», ein Opel Blitz, Jahrgang 1975. Der Morgenmuffel wollte gestern erst nicht anspringen. Doch nun steht er auf dem Bahnhofplatz und dient da bis Sonntag als mobile Ausstellungsplattform. Wer mag, darf hier selber künstlerisch tätig werden. Details zum Projekt «Adapter – Kunst im öffentlichen Raum» finden sich auf www.sfgaargau.ch. uw

Jahresausstellung und Sommerfest der Schule für Gestaltung, Weihermattstrasse 94, Aarau: Vernissage und Apéro: Montag, 29. Juni, 17 Uhr. Fest mit Bars, Essen und Musik 19–23 Uhr