Suhr

Wenn die Vogelspinne auf der Hand spazieren geht

An der Ausstellung «Insectophobie» lösten Vogelspinnen und Insekten Begeisterung und Abscheu aus.

Vogelspinnen und Insekten begeistern Liebhaber und befreit Phobiker von ihren Ängsten. Am Sonntag ist in der Bärenmatte die mobile Wanderausstellung «Insectophobie» gezeigt worden. Wer besonders mutig war, konnte eine Vogelspinne in die Hand nehmen. 500 Tiere gab es zu bestaunen. Nebst Spinnen bevölkerten Skorpione, Landeinsiedlerkrebse oder gar Schnecken die 160 Terrarien. Publikumsmagnet war die grössten Vogelspinne der Welt, die Terapohsa blondi.

Das Interesse an der Ausstellung war gross. Schon kurz nach Kassenöffnung war der Saal gut gefüllt. Es hatte nicht nur Spinnenliebhaber unter den Besuchern. «Mir ist schlecht», meinte eine Frau, die auf dem Weg zum Ausgang war. Auf die Frage, warum sie gekommen sei, meinte sie: «Um mich selbst zu therapieren und meine Angst vor Spinnen zu überwinden.» Die Ausstellung erfreute also nicht nur Spinnenliebhaber, sondern befreite auch Phobiker von ihren Ängsten. Insgesamt überwog aber die Faszination für die exotischen Tiere. Nur einmal kreischte jemand.

Eine lebendige Vogelspinne auf die Hand zu nehmen kostete schon mehr Überwindung. Kaum hatte einer der Angestellten die Vogelspinne «Grammostola rosea» aus dem Terrarium genommen, hatte sich schon eine grosse Menschentraube um ihn gebildet. Die meisten hielten ehrfürchtig Abstand.

Dann wagten sich erste Mutige vor. Streckten die Hand hin und zogen sie dann doch wieder zurück. Schliesslich krabbelte die Spinne auf die Hand von Bernice Lindenmann aus Zetzwil. «Das löst bei mir den Jöh-Effekt aus», meinte die Spinnenliebhaberin, die von den exotischen Exemplaren begeistert ist. «Am liebsten würde ich sie mit nach Hause nehmen.» Sogar Tochter Jasmine, die sich bisher gegen eine Spinne als Haustier ausgesprochen hatte, nahm die rote Vogelspinne auf die Hand. «Es kitzelt nur ganz leicht, wenn sie über die Handfläche spaziert», meinte sie erleichtert.

Die Gründe, die Spinne auf die Hand zu nehmen, waren vielfältig. Für Spinnenliebhaber ein unvergessliches Erlebnis, für Phobiker eine Therapie und für Maaike Tobler, 23, aus Othmarsingen eine Mutprobe. Sie hat Angst vor Spinnen. Und mit ihrem Schwager eine Wette abgeschlossen. «Wenn ich die Spinne auf die Hand nehme, zahlt er das Erinnerungsfoto.» Dieses wird von den Mitarbeitenden vor Ort gemacht und ausgedruckt. Als die junge Frau an der Reihe ist, hält sie die Luft an und schaut weg, als die Spinne von der Hand des Angestellten auf die ihre krabbelt. Dann schaut sie doch hin. Und lächelt für das Erinnerungsfoto in die Kamera. Der Schwager bezahlt. «So schlimm war es nicht», meint sie hinterher, «nur ungewohnt.» Wie viele Besucher der Ausstellung wird sie den Achtbeinern in Zukunft mit weniger Angst begegnen.

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