Aarau
Wenn das Grosi tiefer in die Tasche greifen muss

Viele Bewohnerinnen und Bewohner von Altersheimen müssen 2011 mehr zahlen, andere weniger. Mit der Umsetzung der KVG-Revision ergeben sich ab nächstem Jahr massgebliche Änderungen.

Hubert Keller
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Altersheime

Altersheime

Solothurner Zeitung

Ein Thema also, das die Bevölkerung stark interessiert, interessieren sollte, das aber, so die Feststellung von Stadtrat Michael Ganz, «kaum jemand versteht».

Eine wesentliche Neuerung mit direkter Auswirkung auf die Alters- und Pflegeheime ist folgende: Die Betreuungskosten und die Pflegekosten werden konsequent aufgeschlüsselt und getrennt. Dies hat zur Folge, dass die Tarife angepasst werden müssen. Die Aufenthaltskosten der Bewohnerinnen und Bewohner in hohen Pflegestufen werden sinken. Andere müssen mit höheren Kosten rechnen. Der für die Altersheime zuständige Stadtrat, Michael Ganz, schätzt, dass sich die Heimbewohner, die mehr zahlen, und jene, die weniger zahlen, zahlenmässig etwa die Waage halten.

Altersheimbewohner informiert

Die Stadt Aarau betreibt zwei Altersheime, das Golatti in der Altstadt und das Herosé im Gönhard. Das Altersheim Herosé beherbergt 116 betagte Leute, das Golatti deren 57. Die Auslastung, jeweils mit 97 Prozent budgetiert, ist selbstverständlich kein Thema. Die Warteliste ist aber laut Michael Ganz nicht mehr das akute Problem. Der Eintritt ins Altersheim erfolge nicht aufgrund der Warteliste, sondern nach Dringlichkeit, erklärt Stadtrat Ganz.

Die Abteilung Alter hat die Bewohnerinnen und Bewohner der Altersheime sowie deren Angehörige Mitte November mündlich und Anfang Dezember schriftlich über die neue Tarifstruktur und deren finanziellen Auswirkungen auf die Heimbewohner informiert. Reaktionen habe er keine erhalten, weder negative noch positive, sagt Ganz.

Hoteltaxen sinken

Die Hoteltaxen (über die bis anhin die Betreuung teilweise quersubventioniert wurde) wurden gesenkt: Im Herosé kostete bisher ein Einzelzimmer mit Dusche 119 Franken, neu noch 114. Im Golatti kostet das Einzelzimmer mit Dusche künftig ebenfalls 114 Franken, bisher 126.

Dazu kommen die in 12 Stufen unterteilte Taxen für Betreuung und Pflege. In der mittleren Tarifstufe 2b zum Beispiel bezahlen die Bewohner für Pflege und Betreuung 52.10 Franken, aufgeteilt in 17.10 für Pflege und 35 Franken für Betreuung. An die Pflegekosten berappen die Versicherer ab 1. Januar 13, die öffentliche Hand 6 Franken.

Der Aufenthalt im Altersheim- und Pflegeheim kostet einen Bewohner in der Tarifstufe 2b somit 156.10 pro Tag oder 4700 Franken im Monat. Die Pflegetaxe ist übrigens nach oben mit 21.60 pro Tag limitiert. Die Betreuungstaxe bewegt sich zwischen 15.60 und 39 Franken.

Die neue Pflegefinanzierung belastet auch die Gemeinden. Gemäss der Vorgabe des Kantons budgetie-ren die Gemeinden 80 Franken pro Heimbewohner. Für die Stadt Aarau entspricht dies 1,56 Millionen Franken oder umgerechnet rund 3 Steuerprozente.

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