Aarau

Weniger Betreibungen, weil die Stadt Aarau mehr Mahnungen verschickt

Die Betreibungen in Aarau haben stark abgenommen. (Symbolbild)

Die Betreibungen in Aarau haben stark abgenommen. (Symbolbild)

Warum nehmen die Betreibungen in Aarau stark ab? Ein Grund ist wohl die Anstellung einer neuen Mitarbeiterin des Steueramtes, welche beschlossen hat, einmal mehr zu mahnen, bevor eine Betreibung in Auftrag gegeben wird.

Das Rätsel ist nicht vollständig gelöst, warum in der Stadt Aarau die Betreibungen entgegen dem Trend im Aargau kontinuierlich zurückgehen. In den letzten fünf Jahren betrug der Rückgang 15 Prozent, in den letzten zehn Jahren 5 Prozent, obwohl Aarau im selben Zeitraum um 29 Prozent wuchs. Dies meldete die az in der gestrigen Ausgabe, allerdings war der Rückgang der Betreibungen zu tief berechnet gewesen mit nur 5 Prozent in fünf und nur 0,5 Prozent in zehn Jahren.

Zogen die säumigen Zahler weg?

Der Rückgang ist also noch extremer. Reto Hochuli, Leiter des Regionalen Betreibungsamtes Buchs, ist zuständig für Aarau und sagt: «Den Grund dafür kann man nicht klar eruieren.» Er habe bloss festgestellt, dass der Rückgang von 2013 auf 2014 besonders deutlich gewesen sei (-8,5%) und die Betreibungen beispielsweise in Buchs (+8%) und Gränichen deutlich gestiegen seien. «Vielleicht zogen gewissen Kunden in günstigere Wohnungen der Umgebung», mutmasst er.

Leute bezahlen meist doch noch

Den Hauptteil der Betreibungen machen jene für Steuerrechnungen aus. Das Gemeindesteueramt Aarau hat 2014 tatsächlich deutlich weniger Betreibungen in Auftrag gegeben: minus 21 Prozent. Eindeutig erklären kann sich dies die Leiterin Gaby Mollet auch nicht, doch sie sagt: «Wir haben eine Vermutung.» Seit einem Jahr ist beim Gemeindesteueramt eine neue Verantwortliche Steuerbezug angestellt. Diese hat ein häufigeres Mahnen eingeführt. Wenn mit einem Steuerzahler eine Ratenvereinbarung getroffen wurde, folgt nun noch eine Mahnung, wenn er die Raten nicht bezahlt. Früher wurden die Leute direkt betrieben, wenn sie nicht bezahlten, auch wenn nur noch eine Rate fehlte. «Dadurch haben wir 700 Mahnungen mehr verschickt», sagt Mollet, «5000 statt wie im Vorjahr 4300. Aber es hat sich gelohnt.» Die Steuererträge seien nicht gesunken, statt dessen hätten viele doch noch bezahlt. Auch konnten Gebühren gespart werden, welche eine Gemeinde jeweils vorschiessen muss, wenn sie eine Betreibung in Auftrag gibt.

Keine endgültige Erklärung

Es ist den Gemeinden überlassen, wie sie es handhaben, wenn Steuern nicht bezahlt werden. Die neue Strategie in Aarau ist offenbar erfolgreich. Es erklärt aber nur einen kleinen Teil der sinkenden Zahl von Betreibungen in Aarau. Zudem besteht der Abwärtstrend schon seit 2010.

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