Aarau
Weniger Bedenken fürs Volksmusikfest als für Maienzug-Vorabend

Live-Musik soll am Maienzug-Vorabend nicht mehr gestattet sein. Nun wird dem Aarauer Stadtrat unterstellt, für das Volksmusikfest nicht die gleichen Massstäbe anzuwenden.

Hubert Keller
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Das Gedränge am Maienzug-Vorabends, stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Für das Volksmusikfest legt man weniger Bedenken an den Tag.

Das Gedränge am Maienzug-Vorabends, stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Für das Volksmusikfest legt man weniger Bedenken an den Tag.

Werner Erne

Das Volksmusikfest sei mit dem Maienzug-Vorabend nicht vergleichbar, sagte Aaraus Stadträtin Regina Jäggi an der Einwohnerratssitzung vor anderthalb Wochen. Sie reagierte damit auf das Nachhaken von Einwohnerrätin Olivia Müller (FDP). Diese wollte wissen, ob sich das Sicherheitsproblem denn am Volksmusikfest anders darstelle als am Vorabend, wo der Stadtrat Live-Musik für die Altstadt nicht mehr erlauben will.

Zur Erinnerung: Anfang Monat hatte der Stadtrat bekannt gemacht, dass er sich aus der Rolle als Veranstalter des Maienzugvorabends zurückziehen und sich auf die der Bewilligungs- und Polizeibehörde beschränken will.

Die Doppelfunktion als Organisator und Bewilligungsbehörde sei problematisch, hatte ein Rechtsgutachter festgestellt. Zudem beschloss der Stadtrat, dass Live-Musik in der Altstadt nicht mehr bewilligt werde. Das Gedränge stelle ein zu grosses Sicherheitsrisiko dar.

Dass der Stadtrat mit seinem Entscheid nicht allerorten Verständnis erntete, versteht sich von selbst. Verglichen wurde das Vorabendfest mit anderen Grossanlässen, unter anderem mit dem Volksmusikfest im September. Ob da andere Massstäbe angewendet würden, fragen sich insbesondere jüngere Leser.

Fest mit völlig anderem Charakter

Regina Jäggi räumt ein, dass es sich selbstverständlich auch am Volksmusikfest viele Leute ansammeln würden. Das Fest habe aber einen völlig anderen Charakter. Sie weist auch darauf hin, dass bei diesem Grossanlass der Konflikt zwischen Organisator und Bewilligungsbehörde nicht bestehe, da der private Organisator für die Sicherheit verantwortlich sei.

«Das Volksmusikfest ist tatsächlich ein anderes Fest als der Maienzugvorabend», sagt Volksmusikfest-Geschäftsführer Marcel Suter. «Erstens gibt es nicht so viele Leute in so kurzer Zeit, zweitens gibt es keine Konzertplätze mit verstärkter Musik.» Die Volksmusikformationen würden in gemütlichen Beizen spielen, die vorwiegend Sitzplätze anbieten.

Die Besucherschaft dürfte zudem kaum vergleichbar sein, sagt Suter. Das OK Volksmusikfest setze für die Sicherheit rund 100 000 Franken ein. Die Bewilligungsbehörde, Polizei und Feuerwehr, genehmige die Raumplanung mit sichergestellten Zu- und Durchfahrten.

Hauptaspekte seien für ihn die Dauer des Festes und der programmierte Ablauf über mehrere Tage, sagt Marcel Suter, die Beizen mit Sitzplätzen sowie das kulinarische und musikalische Angebot. «Das Volksmusikfest ist wirklich ein völlig anderes Fest.»

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