Aarauer Quartiere
Weniger Autos in Aarauer Quartieren

Erste Erfahrungen und Konsequenzen des neuen Parkierungsreglementes.

Hermann Rauber
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«Es ist feststellbar, dass in den Aarauer Quartieren deutlich weniger Fahrzeuge abgestellt werden», bilanziert Toni von Däniken von der Stadtpolizei Aarau die Situation mit der neuen Parkierungsregelung in der Kantonshauptstadt. Ein Effekt, der «von den Anwohnern sehr begrüsst wird», ergänzt der Polizeichef-Stellvertreter. Seit dem 1.September hat Aarau Parkraumzonen, in denen das Abstellen von Autos auf öffentlichem Grund tagsüber von Montag bis Samstag nur noch bis maximal drei Stunden gebührenfrei erlaubt ist. Man will damit vor allem die Pendlerinnen und Pendler treffen, die Anwohner hingegen «privilegieren».

Kaum Parkkarten für Pendler

Für Dauerbenützer öffentlichen Raums besteht zwingend die Pflicht einer Parkkarte, von denen bis jetzt rund 400 verkauft worden sind. Allerdings zur Hauptsache an Mieter und Anwohner in Aarau selber. Von den berufstätigen Pendlern hingegen konnten sich nur gerade 18 für eine solche Karte begeistern. Wohin diese nach dem 1. September ausgewichen sind, vermag niemand zu sagen.

Der Informationsstand der einheimischen Automobilisten über das Parkraumkonzept ist laut Toni von Däniken «sehr gut». Auswärtigen Personen hingegen müssten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtpolizei «noch fast täglich Auskunft geben». Nach einer vierwöchigen Einführungs- und Orientierungsphase im September führt die Stadtpolizei inzwischen regelmässige Kontrollen durch, «leider», betont von Däniken, «mussten auch schon diverse Parkbussen ausgestellt werden». Er weist darauf hin, dass bei einer maximalen Zeitdauer von drei Stunden das Parkieren auf Stadtgebiet mit Parkscheibe ausdrücklich erlaubt ist, auch wenn nicht ausdrücklich eine blaue Zone signalisiert ist.

Noch keine Angaben machen kann die Stadtpolizei über «neuralgische Punkte» in den einzelnen Quartieren. Der Stadtrat hat aber den Auftrag erteilt, innerhalb eines Jahres einen entsprechenden Bericht auf dem Tisch zu haben. Das gilt wohl auch für den zusätzlichen Kontrollaufwand durch die Polizei, der «nach so kurzer Zeit noch nicht beziffert werden kann», sagt von Däniken. Man rechnet im Etat mit rund 20 zusätzlichen Stellenprozenten für diese nebenamtliche Tätigkeit in den Stadtquartieren.

Anfrage im Einwohnerrat

Das neue Parkraumkonzept hat auch bereits zu einer Anfrage im Aarauer Einwohnerrat geführt. Tobias Maurer greift im Namen der FDP-Fraktion eine Bemerkung des eidgenössischen Preisüberwachers auf, der die Gebührenhöhe für so genannte Servicekarten für Handwerker unter die Lupe nehmen will. Diese beträgt im Moment 10 Franken pro Tag oder 70 Franken pro Monat.

Maurer will nun wissen, «wie der Stadtrat mit dem Ansinnen des Preisüberwachers umgeht» und ob ein «Verfahrensfehler» vorliege, womit das Reglement gar als ungültig taxiert werden müsste. Zu beantworten hat die Behörde auch die Frage, ob sich der Stadtrat vorstellen kann, die Gebühr für diese Servicekarten wieder zu senken?