Suhr

Weltimatt-Verkehr soll sich zum Knoten «Kreuz» verlagern

Das Wohnquartier im Helgenfeld und die südlich angrenzende Ringstrasse (rechts im Bild) sollen zur Tempo-30-Zone werden.

Das Wohnquartier im Helgenfeld und die südlich angrenzende Ringstrasse (rechts im Bild) sollen zur Tempo-30-Zone werden.

Die Tempo-30-Zone fürs Helgenfeldquartier bezieht bewusst auch die Ringstrasse mit ein.

Bis zum 2. Mai liegt bei der Bauverwaltung in Suhr die Signalisation «Zone 30» für das Quartier Helgenfeld öffentlich auf. Der Entscheid der Gemeinde, im südlichsten Quartier Suhrs eine 30er-Zone einzuführen, stützt sich unter anderem auf ein Gutachten, das die Viaplan AG, Sursee im letzten Sommer im Auftrag der Suhrer Bauverwaltung erstellt hat. Dieses Gutachten zeigt umfassend auf, worum es bei der geplanten Tempo-30-Zone geht. Diese betrifft den Helgenfeldweg, den Oberfeldweg, den Zelgweg, den Schützenweg und die Gewerbestrasse, aber auch die Ringstrasse. Nicht betroffen ist die Erschliessungsstrasse Frohdörfli, die mit einem privatrechtlichen Fahrverbot belegt und deshalb nicht Bestandteil der geplanten Zone ist.

Alternative zum Stau im Zentrum

Die meisten betroffenen Strassen dienen der Erschliessung des Wohnquartiers im Helgenfeld, wo sich am Schützenweg auch ein Kindergarten befindet. Anders verhält es sich bei der Ringstrasse, die aufgrund ihrer Funktion sowie der Verkehrsbelastung als Hauptsammelstrasse eingestuft wird. Sie erschliesst auch Gewerbe- und Industriebetriebe, zudem verbindet sie via Weltimatt die Gemeinden Suhr und Oberentfelden. Wer vom Wynental her zur Suhrentalstrasse respektive zur A1 fährt, hat bisher schon mit Vorteil diese Route gewählt, um dem Stau im Zentrum von Suhr aus dem Weg zu gehen. Aktuell ist es wegen der Mega-Baustelle gar nicht möglich, beim Rundhaus nach links in Richtung Entfelden oder, von Westen kommend, nach rechts in Richtung Gränichen abzubiegen. Sonst eher verpönt, wird der «Schleichverkehr» via Ringstrasse PW-Lenkern derzeit sogar offiziell empfohlen – zur Stauchaos-Verminderung im Dorfzentrum.

Bisher galt auf der Ringstrasse «generell 50». Neu soll auf einem Abschnitt, der im Osten rund 20 Meter vor der Einmündung Schützenweg beginnt und im Westen beim Übergang der Ringstrasse in den Obertelweg endet, Tempo 30 sig- nalisiert werden – wie im nördlich angrenzenden Wohnquartier. «Der Durchgangsverkehr», heisst es im Gutachten, «führt zu einer höheren Verkehrsbelastung auf der Ringstrasse und reduziert die Wohnqualität und die Verkehrssicherheit im Quartier.» Im Wohnquartier ist heute schon ein tieferes Geschwindigkeitsniveau üblich. Deshalb erübrigen sich hier aus Sicht der Planer bauliche Massnahmen. Sollten bei der Nachkontrolle zu hohe Tempi festgestellt werden, könnten immer noch statische Elemente ergänzt werden.

Auf der Ringstrasse dagegen sind Verkehrsberuhigungselemente vorgesehen. Konkret genannt wird ein sogenannter «Vertikalversatz» – verständlicher ausgedrückt: eine Schwelle. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) müssen mehrere solche in gewissen Abständen aufeinanderfolgen, wenn das Geschwindigkeitsniveau nicht nur punktuell, sondern auf einem ganzen Streckenabschnitt gesenkt werden soll.

Strasse soll unattraktiv werden

Tempo 30 und Hindernisse auf der Fahrbahn machen eine Strasse für die Automobilisten weniger attraktiv. Davon zumindest gehen die Verkehrsplaner aus. Von der Anordnung der Tempo-30-Zone erwarten sie deshalb eine Verkehrsverlagerung von Ringstrasse und Weltimatt «auf das verkehrsorientierte übergeordnete Strassennetz» – also auf die Route Gränicherstrasse – Knoten «Kreuz» – Bernstrasse West. «Dies», liest man im Gutachten, «ist als positiv zu beurteilen, da das Wohnquartier entlang der Ringstrasse vom Durchgangsverkehr entlastet wird.» In den benachbarten Wohnquartieren und auf dem übergeordneten Strassennetz seien umgekehrt keine negativen Auswirkungen der Verkehrsverlagerung zu erwarten, heisst es im Gutachten.

Tempo-30-Zonen können laut diesem «nur innerorts, in der Regel auf siedlungsorientierten Strassen» angeordnet werden. Für das Wohngebiet Helgenfeld seien die Voraussetzungen erfüllt: «Das Quartier liegt im Innerortsbereich und weist siedlungsorientierte Strassen auf.» Die Ringstrasse liegt ebenfalls im Innerortsbereich. Sie ist gemäss Gutachten «aufgrund des funktionalen Zusammenhangs mit dem Gebiet Helgenfeld in die Tempo-30-Zone zu integrieren».

Fazit der Verfasser des Gutachtens: «Die Grundvoraussetzungen für die Einführung einer Tempo-30-Zone im Gebiet Helgenfeld und auf der Ringstrasse sind gegeben.» Ihre Notwendigkeit begründen sie im Wesentlichen damit, dass «infolge der vorherrschenden Nutzungen» im Gebiet Ringstrasse/Helgenfeld «vermehrt mit Benutzergruppen mit besonderem Schutzbedürfnis», insbesondere mit Kindern, zu rechnen sei. Ein flächendeckender Schutz könne mit einer Tempo-30-Zone erreicht werden.

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