Erlinsbach

Weinhotel wird eröffnet: Der «Hirschen»-Wirt jauchzte in der Wanne

Albi und Silvana von Felten mit der Küttiger Winzerin Susi Steiger-Wehrli in «ihrem» Weinzimmer.

Albi und Silvana von Felten mit der Küttiger Winzerin Susi Steiger-Wehrli in «ihrem» Weinzimmer.

Dieses Wochenende eröffnet das Erlinsbacher «Hirschen»-Wirtepaar Albi und Silvana von Felten das Weinhotel.

In der Badewanne in der Weinkeller-Suite platze es aus ihm heraus. «Ich habe einfach gejauchzt, geschrien vor Freude», sagt Albi von Felten und lacht. Und wenn der «Hirschen»-Wirt sagt, dass er vor Glück geschrien hat, dann glaubt man ihm das. Punkt. Diese Begeisterung, die ihn beim Betreten seiner neuen Hotelzimmer überkommt, wie es so aus ihm heraussprudelt, wie er schwärmt, das steckt an.

Kein Wunder, dass Albi von Felten Winzer und Labels aus dem In- und Ausland für seinen neusten Traum begeistern konnte: das Weinhaus am Bach mit 26 Zimmern, jedes einzelne von einem anderen Winzer oder Label eingerichtet («Schweiz am Wochenende» vom 25. März). Diesen Samstag nun wird das Hotel nach der mehrwöchigen Voreröffnungsphase mit einer Feier für geladene Gäste eröffnet, am Sonntag ist die Bevölkerung zur Hotelbesichtigung eingeladen. Bereits am Donnerstagabend luden Silvana und Albi von Felten zum Medientermin, unter anderem mit wichtigen Köpfen aus dem Gastro- und Tourismusbereich.

Einblick ins Weinhotel Hirschen in Erlinsbach

Einblick ins Weinhotel Hirschen in Erlinsbach

Videos: Weinhotel HirschenZusammenschnitt: az/Elia Diehl

Ein Värsli zur Eröffnung

Dass Albi und Silvana von Felten die grössten Kritiker überhaupt, die Branchenkollegen, von ihrem Weinhaus überzeugt haben, ist längst klar: Bereits im August 2016 wurde ihr Konzept mit dem ersten Hotel-Innovations-Award der Gastro Suisse ausgezeichnet. Für Martin Abderhalden, Leiter Hotellerie und Tourismus bei Gastro Suisse, einem der Träger des Awards, ist klar: «Das Weinhaus hat eine Vorbildfunktion. 08/15-Betriebe werden es künftig schwer haben; was zählt, ist das Erlebnis.» Michael Kauer, stellvertretender Direktor der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit, ebenfalls ein Träger, erklärte reimend, weshalb die von Feltens den Preis gewonnen haben:

«S Konzept isch ganz us eim Guss / und passt zur Huus-Philosophie: em Gnuss / Bi höcher Chochkunscht cha me fein Diniere / Und nachher sanft gebettet au Logiere / Und Jury het natürli au vorusgseh / dass es ufgaht, au fürs Portemonee.»

Zu Spässen aufgelegt waren Markus Lüthy, Gemeindepräsident Erlinsbach AG, und Beat Baumann, Verwaltungsleiter Erlinsbach SO: So flachste Lüthy, dass der Gemeinderat von dieser Hoteleröffnung ja direktbetroffen sei: «Bisher mussten wir im ‹Hirschen› und damit auf fremdem Grund in Klausur», sagte er in Anspielung auf die Kantonsgrenze, die zwischen dem Landhotel «Hirschen» und dem «Weinhaus am Bach» verläuft. Deshalb habe der Gemeinderat des Aargauer Dorfteils alles darangesetzt, die Klausur nun auf heimischem Boden abhalten zu können, so Lüthy. «Doch nun im Ernst; der ‹Hirschen› ist ein Leuchtturm, Erlinsbach ist dank ihm weitherum bekannt.» Diese Meinung teilte der Solothurner Beat Baumann: «Wir sind stolz darauf, den ‹Hirschen› zu haben.» Andrea Portmann, Direktorin von Aargau Tourismus, liess sich von Geschichten und Albi von Feltens Augen inspirieren: «Ich hoffe, dass wenn die Leute über dieses Hotel berichten, genau das gleiche Glänzen in den Augen haben.» Und Daniel Fürst von «Fürstliche Weinkultur Hornussen» meinte: «Wir im Aargau machen Top-Weine. Wir wissen das, aber es wissen es noch längst nicht alle. Albi ist der Ideen-König, der Vermittler. Was kann uns Besseres passieren als Gastronomen wie Albi und Silvana.»

Sechs Gipshände für eine Familie

Jetzt, pünktlich zur Eröffnung, sind alle Zimmer fertig. Auch das von Susi Steiger-Wehrli, Winzerin aus Küttigen. Die Wände sind rot, eisenerzrot. An einer Wand sind sechs Gipshände angeschraubt, jede mit einem anderen Gegenstand in den Fingern, einem Glas Wein, einem Kalkstein, einem Kugelschreiber. Jede dieser Hände ist ein originaler Abdruck eines Wehrlis. «Dieses Zimmer einzurichten war eine Familiensache», sagte Susi Steiger-Wehrli, «es hat uns zusammengeschweisst.» Nächtelang hätten sie über Ideen und Entwürfen für das Zimmer gebrütet. «Das verbindet, ich fühle mich für unser Zimmer verantwortlich», sagte Steiger-Wehrli. «Jetzt bin ich auch ein bisschen Hoteldirektorin und Zimmermädchen.»

Vom «unbetreuten Trinken» zu Winzer Umbrichts roter Hose: Albi von Felten führt durch sein «Weinhaus am Bach»

Vom «unbetreuten Trinken» zu Winzer Umbrichts roter Hose: Albi von Felten führt durch sein «Weinhaus am Bach»

(März 2017)


Wein wohin man blickt. In jedem Zimmer schläft man zwischen Weinflaschen oder Fässern, Helgen von Rebbergen oder Zapfenzieherkollektionen. Oder auch zwischen Unihockey-Schläger und roten Shorts, die an Nylonfäden neben dem Bett schweben. Jeder Winzer nach seinem Geschmack. Und jedes Zimmer mit Entwicklungspotenzial, wie Albi von Felten sagt: «Die Winzer sollen wiederkommen und an ihren Zimmern arbeiten, bis die Zimmer immer harmonischer wirken, immer abgerundeter. Wie ein guter Wein.»

Eröffnungsfest 21. Mai, 11 bis 17 Uhr

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