Wohnraum ist in Aarau ein rares Gut. Im Neubau-Viertel «Aarenau Süd» im Scheibenschachen sind kurz nach der Fertigstellung bereits 23 der 31 Mietwohnungen vergeben und zwei reserviert. An Schwung gewinnt auch der Verkauf der Eigentumswohnungen entlang des Aareufers – gar nicht läuft es hingegen mit dem Verkauf der Reiheneinfamilienhäuser, den sogenannten «Stadtvillen».

Von den 23 Eigentumswohnungen sind heute acht verkauft, für eine wird gerade der Kaufvertrag ausgearbeitet und zwei sind reserviert. Das sind immerhin doppelt so viele verkaufte Wohnungen wie noch Ende Oktober. Damals hatte Andreas Keller von der Immobilienanlagegesellschaft Bonainvest AG gesagt, die potenziellen Käufer seien zurückhaltend, weil viele die Wohnung nicht als Rohbau, sondern als fertiges Produkt kaufen wollten. Dazu habe die Rüchlig-Baustelle viele Interessenten verunsichert.

Seit Ende November sind die Wohnungen fertig und auch das Ende der Rüchlig-Baustelle ist absehbar. Das spiele ihnen jetzt in die Karten, sagt Keller heute. «Die Interessenten merken jetzt, dass das Kraftwerk in den Wohnungen weder hör- noch spürbar ist.» Ausserdem würden die Leute zunehmend die unverbaubare Aussicht beziehungsweise den nicht einsehbaren Wohnraum schätzen. Obwohl die Wohnungen verhältnismässig gross und teuer seien, würden die Interessenten den hohen Ausbaustandard doch schätzen. Keller blickt deshalb optimistisch auf die kommenden Monate, schwarzmalen will er auf keinen Fall: «Die Saison ist wegen der Festtage nicht die optimale Verkaufssaison. Trotzdem waren die letzten Wochen erfolgreich, wir sind auf Kurs.»

Harzig läuft hingegen der Verkauf der zehn Stadtvillen entlang der Stockmattstrasse. Auch jetzt, kurz vor dem Bezugstermin Anfang Februar, ist keine verkauft. «Hier brauchen wir noch etwas Zeit», sagt Keller. Nach Rückmeldungen von Interessenten habe man in den letzten Wochen noch Optimierungen im Innenausbau vorgenommen. So seien beispielsweise die Küchen vergrössert und deren Ausbaustandard angehoben worden.

«Der Markt ist vorhanden»

Um die Belebung des Quartiers anzukurbeln, sollen die Stadtvillen ausserdem ab sofort nicht mehr nur gekauft, sondern auch gemietet werden können. «Die grosse Nachfrage bei den Mietwohnungen hat gezeigt, dass der Markt für hochwertigen, mietbaren Wohnraum durchaus vorhanden ist», so Keller. Auch bestehe die Möglichkeit, das Haus erst zu mieten und zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen. Der Mietpreis beläuft sich auf 3750 Franken exklusiv.

Ebenfalls einen Mieter suchen noch die Gewerbeflächen entlang der Aarenaustrasse, die derzeit noch von der Bauleitung genutzt werden. Diese würden sich beispielsweise für ein Architekturbüro oder eine Praxis eignen, sagt Keller. Um die Vermietung beziehungsweise den Verkauf der Objekte anzutreiben, werden ab Freitag, 20. Februar, auch wieder wöchentliche freie Besichtigungen angeboten.