Abfallentsorgung
Weil alle entrümpelten: Corona brachte der KVA Buchs mehr Müll ein als erwartet

Die KVA Buchs hat ein Jahr mit verschiedenen Herausforderungen hinter sich. Beinahe wäre es zu einem Zusammenschluss der KVA Buchs und des Betriebs in Turgi gekommen. Auch die Zeit während der ersten Welle war nervenaufreibend.

Janine Gloor
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Die Angestellten der KVA Buchs waren in diesem Jahr besonders gefordert.

Die Angestellten der KVA Buchs waren in diesem Jahr besonders gefordert.

Zur Verfügung gestellt

Die 105. Abgeordnetenversammlung der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) Buchs fand in der Mehrzweckhalle der Schulanlage Kretz in Erlinsbach statt. Mit Masken ausgerüstet, trafen sich die Abgeordneten von 22 der insgesamt 83 Verbandsgemeinden. Dank einer Statutenänderung war die Versammlung trotzdem beschlussfähig.

An der Versammlung an­wesend waren auch Vertreter der Kehrichtverwertungsanlage Turgi anwesend. Fast wäre es zu einer Allianz der KVA Buchs und des Betriebs in Turgi gekommen. Doch wie Ende Oktober dieses Jahres mitgeteilt wurde, wird das Projekt einer gemeinsamen Organisation definitiv entsorgt.

Eine gemeinsame Organisation sei nicht schlanker

Nachdem klar wurde, dass kein gemeinsamer Standort gefunden werden kann, habe man mit verschiedenen Untersuchungen und Gutachten geprüft, ob man auch mit zwei Standorten eine gemeinsame Organisation gründen könne, sagt KVA-Präsident Christoph Wasser. «Die Abklärungen und Gespräche haben zum Entscheid geführt, dass wir mit zwei verschiedenen Organisationen weiterarbeiten werden.» Eine gemeinsame Organisation sei nicht schlanker, habe zu wenig Vorteile und würde zu Mehrkosten, beispielsweise bei der Gründung einer AG, führen.

Zudem ist bei den Abklärungen herausgekommen, dass die eine Ofenlinie der KVA Buchs länger als bisher geplant weiterbetrieben werden kann. Die Anlageerneuerungen in Buchs und Turgi waren ursprünglich der Auslöser für die Annäherungsversuche. Da diese Erneuerungen nun zeitlich weiter auseinander liegen, besteht für Investitionen kein Synergie- und damit kein Sparpotenzial.

Ein wichtiges Traktandum der Versammlung war der Fernwärmeausbau der KVA Buchs. Die Anlage ist auch ein Kraftwerk.

Ausbau für Fernwärme läuft auf Hochtouren

Seit 1984 besteht von der KVA eine Dampfleitung bis zum Wynenfeld. Die Fernwärme wird nun ausgebaut, sodass neben der Mittellandmolkerei auch diverse Gemeinden in der Region Energie von der KVA beziehen können. Insgesamt 200 Gigawattstunden sollen jährlich so verteilt werden, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Heute sind es 65 Gigawattstunden pro Jahr. Die Bauarbeiten für den Ausbau laufen auf Hochtouren, das musste letzte Woche die Bevölkerung von Suhr feststellen, als eine Bohrmaschine ein Starkststromkabel erwischte und für mehrere Stunden die Lichter löschte.

Die Coronakrise hat auch die KVA getroffen. Da sie als systemrelevant gilt, musste sichergestellt werden, dass der Betrieb aufrechterhalten werden konnte, wie Geschäftsleiter Harald Wanger festhielt. «Ich kann die Schicht nicht ins Homeoffice schicken.» Nach Absprache mit der KVA Tessin erwartete die KVA Buchs, dass während des Lockdowns weniger angeliefert werden würde. Doch tatsächlich wurde mehr geliefert.

Von Januar bis Oktober 2020 wurden mit 114113 Tonnen 3,8 Prozent mehr angeliefert als im Vorjahr. Die Leute entrümpelten und tauchten so zahlreich in Buchs auf, dass Privatanlieferungen gestoppt werden mussten. «Wir hatten zudem ein Maskenproblem», sagt Wanger. Die Mitarbeitenden mussten zeitweise auf eine Art Gasmaske als Staubschutz ausweichen, weil die FFP3-Masken nicht mehr erhältlich waren.