Aarau
«Wegweisende Projekte» unter Dach und Fach: Ortsbürger investieren 19,13 Millionen Franken

Drei Grossprojekte, über welche die Aarauer Ortsbürger abstimmten, belasten die Ortsbürgerkasse – die hält das aber aus, wie die erfreuliche Rechnung aus dem letzten Jahr zeigte.

Hermann Rauber
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Die Sanierung des Schützenhaus in der Aarenau Scheibenschachen ist nur eines der drei Grossprojekte, über welche die Aarauer Ortsbürger abstimmten. (Archivbild)

Die Sanierung des Schützenhaus in der Aarenau Scheibenschachen ist nur eines der drei Grossprojekte, über welche die Aarauer Ortsbürger abstimmten. (Archivbild)

Katja Schlegel

14,76 Millionen für den Bau von drei Mehrfamilienhäusern in der Aarenau, knapp 1,3 Millionen Franken für die Sanierung des Schützenhauses im Scheibenschachen und gut 3 Millionen für den Bau eines neuen Milchviehstalls auf dem Binzenhof: Die Aarauer Ortsbürger segneten an ihrer Sommer-Gmeind drei Investitionsvorhaben fast unisono ab, es gab lediglich vereinzelte Gegenstimmen und Enthaltungen.

Damit sind laut Stadtpräsidentin Jolanda Urech «drei wegweisende Projekte» unter Dach und Fach, mindestens fast. Weil das Quorum von 362 mit 196 Versammlungsteilnehmerinnen und –teilnehmern bei weitem nicht erreicht wurde, unterstehen die Beschlüsse noch dem fakultativen Referendum.

Fotovoltaikanlagen einplanen

Mit der Erstellung von 36 Wohnungen auf dem Baufeld 2 in der Aarenau hält sich die Ortsbürgergemeinde an eine bereits früher beschlossene Strategie, keine weiteren Grundstücke zu verkaufen, sondern nur noch im Baurecht abzugeben oder selber zu investieren.

So hielt sich die Diskussion um den beantragten Baukredit von 14,76 Millionen Franken in Grenzen. Einzig Andres Basler bemängelte die vorgesehenen Mietzinse, die sich «im oberen Preissegment» bewegten, und wollte diesen Teil der Vorlage «aussetzen». Weil dies laut Stadtpräsidentin Jolanda Urech abstimmungstechnisch nicht möglich sei, zog der ehemalige SP-Stadtrat seinen Antrag wieder zurück.

Aufgenommen wurde die Anregung von Gabriela Suter, auf den Flachdächern wenn immer möglich in absehbarer Zukunft eine Fotovoltaikanlage zu installieren.

Kredite diskussionslos gutgeheissen

Konsequent zeigten sich die Ortsbürger bei der Sanierung des historischen Schützenhauses. Eine Mehrheit hatte Ende 2008 in einer Referendumsabstimmung beschlossen, das (mittlerweile unter Denkmalschutz stehende) Gebäude zu erhalten und zu renovieren. Im Parterre soll hier ab Frühling 2018 ein Quartierbistro als «Scharnier zwischen dem alten und neuen Scheibenschachen» in Betrieb sein.

Sechs lange Jahre schliesslich dauerte das Verfahren für einen neuen Milchviehstall auf dem ortsbürgerlichen Pachtgut im Binzenhof. Die Gemeindeversammlung war weiteren Diskussionen überdrüssig und setzte mit der Gutheissung des Baukredits einen Schlusspunkt. Die Baubewilligung liegt laut der Stadtpräsidentin bereits rechtskräftig vor, der neue Stall sollte also im Juli 2017 bezugsbereit sein.

Budget deutlich übertroffen

Dass sich die Ortsbürger solche Investitionen durchaus leisten können, zeigt auch die erfreuliche Rechnung 2015. Diese resultiert laut Peter Heuberger, Präsident der Finanzkommission, unter dem Strich mit einem Überschuss von 875 000 Franken, um Längen besser als im Budget erwartet.

Gustav Werder allerdings warnte vor allzu grossem Optimismus, sei es doch nicht sicher, ob die Rechnung mittel- bis langfristig aufgehe. Es gelte deshalb, zu den Finanzen Sorge zu tragen, nicht zuletzt auch mit Blick auf die grossen Leistungen, die die Ortsbürger jährlich zu Handen der Öffentlichkeit, vorab im kulturellen Bereich, erbringen.

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