Aarau
Wegen Virus: Die Mufflon-Schafe im «Roggi» wurden erschossen

Weil die Mufflon-Schafe im Wildpark Roggenhausen ein Virus hätten weiterverbreiten können, mussten sie getötet werden. Ihr Fleisch wurde verkauft.

Nadja Rohner
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Da waren sie noch lebendig: Mufflons im Wildpark Roggenhausen.

Da waren sie noch lebendig: Mufflons im Wildpark Roggenhausen.

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Im Wildpark Roggenhausen mussten 17 Mufflon-Schafe abgeschossen werden. Sie waren höchstwahrscheinlich Träger des Herpes-Virus, das drei Rothirsche und 16 Axishirsche das Leben gekostet hatte. Zwar erkrankte nur eines der Mufflon-Schafe. Die anderen waren aber Träger des Virus und hätten weitere Tiere anstecken können.

Anfangs habe man daran gedacht, die Schafe lebend zu verkaufen, sagt Wildparkleiter Christoph Fischer. «Schliesslich war die Gefahr aber zu gross, das Virus so zu verschleppen.» Während einer Woche im November hatte man also jeweils in den frühen Morgenstunden, wenn noch keine Besucher im Park waren, Tiere abgeschossen. «Der Fleischschauer hat uns versichert, das Fleisch sei zu hundert Prozent verwertbar», so Fischer. Also wurden die Schafe noch vor Ort aufgebrochen – so nennt man die Entfernung der Innereien – und das Fleisch verkauft.

Bisher nicht betroffen sind die 31 Damhirsche im Wildpark. «Sie scheinen resistent zu sein», so Christoph Fischer. Einige der Walliser Geissen und der Walliser Schwarznasenschafe sind zwar Träger des Virus, die Krankheit bricht bei ihnen aber nicht aus. Weil sie räumlich von den für die Krankheit besonders anfälligen Hirschen getrennt sind, müssen sie nicht vorsorglich getötet werden. Aber: «Das Personal muss strenge Hygiene- und Quarantänevorschriften einhalten», so Wildparkleiter Fischer. «Wer die Schafe füttert, füttert die Hirsche nicht.» Ansonsten müssen sich die Mitarbeiter zuerst umziehen und ihre Stiefel desinfizieren. Für den Menschen besteht keine Gefahr.

Die ersten Fälle von Virusinfektionen waren Mitte August aufgetreten, als drei Hirsche innert weniger Stunden starben. Seit Ende November haben nun keine Tiere mehr Symptome gezeigt. Der Wildparkleiter hofft, dass es dabei bleibt. In den leeren Gehegen wurde der Boden einer Kalkbehandlung unterzogen. Im Frühjahr soll eine neue Grassorte angesät werden, und nach einer Wartefrist von einem halben Jahr sollen wieder Tiere – vermutlich vorerst Damhirsche des Parks – ins Gehege einziehen.

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