«Wir haben grosse Mühe, an thailändische Ware heran zu kommen», sagt Remo Wüthrich, Küchenchef im Restaurant Krone in Aarau. Für Thai-Broccoli, Thai-Auberginen und Thai-Basilikum könne er auf Vietnam ausweichen. Ansonsten bleibe ihm nichts anderes, als frühzeitig zu bestellen.

Thai-House hat Karte angepasst

In den Restaurants Thai House in Aarau und Dulliken wurde die Speisekarte angepasst. «Scharfen Basilikum mussten wir von der Karte streichen», erklärt Geschäftsleiterin Caroline Imhof. «Wir können nicht auf andere Märkte ausweichen, weil wir im Fair Trade-Bereich arbeiten. In den Thai House Restaurants verwenden wir nur Bio-Gemüse von unseren Bauern in Thailand.» Betroffen von der Sperre seien insgesamt 16 Sorten Gemüse. «Sechs dieser Sorten bräuchten wir dringend.»

Das Gemüse bezieht man vom Grossisten Prodega, dieser wird wiederum von der TH Group Switzerland beliefert; eine Firma die aus der Thai House Geschichte heraus gegründet wurde. Heute gehört die TH Group Switzerland zu den Hauptimporteuren von thailändischem Gemüse und Früchte in der Schweiz. Seit mehr als 8 Jahren betreibt sie ein Projekt für biologisch angebautes Gemüse und betreut mehrere Fair Trade Projekte vor Ort. Eines dieser Engagements ist die seit Oktober 2010 eingeführte Max Havelaar Fair Trade Mango aus Thailand.

Basilikum, Auberginen und Chili

Zum Export-Stopp ist es gekommen, weil die EU und die Schweiz der thailändischen Regierung wegen Schädlingsbefalls mit einem Importverbot gedroht hatten. In der Folge setzten thailändischen Gemüseproduzenten vermehrt Insektizide ein – aus Angst, gegen die europäische Pestizidverordnung zu verstossen, verbot das thailändische Landwirtschaftsministerium vorläufig den Gemüse-Export. Nebst Kokosmilch werden Thai Basilikum, Thai Auberginen, Bittergurken, sowohl diverse Chilisorten und Petersilie knapp.

Die Speisekarte nicht anpassen musste man im Restaurant Samui Thai des Hotels Seerose in Meisterschwanden, so Markus Schneider, Exekutiver Küchenchef. «Es gibt Ausweichmärkte, beispielsweise Malaysia.» Das Gemüse sei zwar teurer, trotzdem habe man die Preise nicht erhöht. Das Samui Thai bezieht vor allem Würzstoffe aus Thailand wie Chili, Chilipaste, Zitronengras oder Tamarinden aber auch Spinat, Mini-Spargeln und Mini-Mais.

Bis zu 150 Prozent Preisaufschlag

Reto Bürgi vom Gasthaus zum Rebstock in Frick hat seine Karte ebenfalls nicht angepasst. «Unsere erfahrenen Köche schaffen es, die Zutaten zu organisieren, man muss bei mehreren Händlern anfragen.» Trotzdem kann es passieren, dass es Gerichte nicht immer gibt. So ist Scharfer Basilikum der Geschmacksträger von Phad Grapao. «Dieses Gericht steht und fällt mit dem Gewürz», sagt Bürgi. Und ausgerechnet thailändischer Basilikum ist derzeit knapp. Hinzu kommt, dass die Produkte im Schnitt 75 Prozent teurer geworden sind, zu Spitzenzeiten gar 150 Prozent, so Bürgi. Die Waren bleiben nicht nur in den Export-Ländern hängen, sondern werden auch bei Stichproben an der Schweizer Grenze vernichtet, wenn sie den Bestimmungen nicht genügen.