Suhr

Wegen Raummangel: Überraschendes Aus für die Freizeitwerkstatt

Die Kommission fand keinen neuen Raum für die Töpferwerkstatt.

Die Kommission fand keinen neuen Raum für die Töpferwerkstatt.

Die Töpferwerkstatt musste einem Kindergarten-Provisorium weichen. Offenbar hat die Gemeinde keinen Ersatzraum für die Wekstatt anbieten können. Nun geht eine 50-jährige Tradition zu Ende.

Die Freizeitwerkstatt Suhr gibt es nicht mehr. Nach über 50 Jahren wurde sie sang- und klanglos aufgelöst, weil kein neuer Raum gefunden wurde. Die Gemeinde, die der Freizeitwerkstatt den Kellerraum im Kindergarten am Elektraweg als Töpferwerkstatt über Jahrzehnte kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, kündigte diesen auf Ende Juni. Weil der Kindergarten «am Bach» abgerissen und neu gebaut wird, musste die Gemeinde im Kellerraum am Elektraweg ein Kindergarten-Provisorium einrichten.

Offenbar hat die Gemeinde keinen Ersatzraum gefunden, den sie der Freizeitwerkstatt hätte anbieten können. «Mit diesem unterwarteten Entscheid war klar, dass die Freizeitwerkstatt nicht mehr weitergeführt werden konnte», schreibt die Kommission der Freizeitwerkstatt auf dem az-online-Portal «Meine Gemeinde». Die Werkstatt habe «Beträchtliches zum kulturellen Leben in Suhr beigetragen». Selbst habe man leider keine andere Lösung finden können.

Zeitweise bis zu 30 Kurse im Angebot

Mit dem überraschenden Aus der Freizeitwerkstatt geht eine lange Tradition zu Ende: 1962 organisierte die Freizeitkommission der römisch-katholischen Pfarrei in Suhr die ersten handwerklichen Kurse, wie beispielsweise Stoffdrucken, Weben und Metalltreiben. Sogar ein Tanzkurs wurde angeboten.

Materialien und Werkzeuge wurden mit Spendengeldern von grossen Suhrer Firmen finanziert, Kirche und Gemeinde stellten verschiedene Räume zur Verfügung. Später kamen unter anderem Gymnastik- und Ballettkurse dazu oder Kurse für Bauern- und Porzellanmalen, Töpfern, Flechten und verschiedene Sprachen. Zeitweise umfasste die Kursliste 30 Angebote.

«Die zunehmende Raumknappheit wurde über die Jahre zum Dauerthema», schreibt die Kommission. Der Freizeitwerkstatt seien immer weniger Räume zur Verfügung gestellt worden. «Unser Bestreben war es, der Bevölkerung von Suhr eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten zu können und interessante Kurse zu bezahlbaren Preisen anzubieten», schreibt die Kommission auf ihrer Website. Die Leiterin der Werkstatt, Silvia Berner, will sich selbst dazu nicht äussern. «Für uns ist das gelaufen und abgeschlossen», sagt sie.

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