Umzug, Morgenfeier, Bankett, Spiele der Schüler am Nachmittag, Tanz und Festleben im Schachen am Abend: Der Aarauer Maienzug vom Freitag, 1. Juli, läuft nach dem bekannten Schema ab. Das alte Sprichwort «Alles neu macht der Mai» treffe deshalb auf den schönsten Tag im lokalen Kalender «nur begrenzt zu», hält die Präsidentin der Maienzug-Kommission, Stadträtin Jolanda Urech, fest. Wobei anzumerken ist, dass der Begriff Maienzug mit dem Monat Mai nichts zu tun hat.

Er leitet sich vielmehr vom Wort «Maien» ab, das im 18. Jahrhundert für «Ruten» stand. Damals zogen Schüler- und Lehrerschaft «in die Maien», das heisst in den stadtnahen Wald und holten sich jene Ruten, die später in der Schulstube als Mittel zur Disziplinierung dienten.

Der einst bescheidene Schülerausflug hat sich im Laufe von vier Jahrhunderten zu einem volkstümlichen Fest entwickelt, an dem nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Erwachsenen auf ihre Rechnung kommen, nicht zuletzt am «Vorabend», der seit 1988 Massen in die Altstadt zieht.

Ohne die Rathaus-Schlaufe

Ganz ohne Änderung geht aber auch der Maienzug 2011 nicht über die Bühne. Weil die Neugestaltung der Altstadtgassen noch nicht beendet ist und ausgerechnet vor dem Rathaus ein Loch im Boden klafft, bewegt sich der Umzug (Start um 8.30 Uhr) vom Graben und der Laurenzentorgasse her für einmal ohne Schlaufe direkt durch die Kronengasse und biegt beim Restaurant Laterne in die Rathausgasse ein.

Weil die Kreisschule Buchs-Rohr heuer ihr eigenes Jugendfest feiert, laufen am Zug im zweiten Jahr nach der Fusion ausschliesslich die Kindergärtler sowie die Primarschülerinnen und -schüler aus dem neuen Aarauer Stadtteil mit. Mit dabei ist aber die Musikgesellschaft Rohr, die um die Mittagszeit die Bankettbesucher auf dem Schanzmätteli mit schmissigen Klängen begrüssen wird.

Die traditionelle Morgenfeier (Beginn um 9.45 Uhr) wird laut Programm «bei fast jeder Witterung» im Telliring durchgeführt. Sie bringt eine attraktive Mischung aus Musik, Gesang und Tanz und endet mit dem «Aarauer Stadtsong».

Die Festrede hält in diesem Jahr Thomas Jenelten, Leiter der römisch-katholischen Pfarrei Peter und Paul in Aarau. Für die launigen Worte nach dem Bankett sorgt dann Stadtammann Marcel Guignard.

3000 Gäste am Bankett

Man erwartet wiederum rund 3000 Teilnehmer, denen unverändert das Menü mit Schweinsgeschnetzeltem und «Härdöpfelstock» serviert wird, samt Gratiswein aus dem Rathauskeller. Der Vorverkauf für die begehrten Bankettkarten läuft bereits, und zwar im Stadtbüro im Rathaus, in der Aussenstelle in Rohr oder im Verkehrsbüro Aarau Info am Schlossplatz.

Um 18 Uhr ist Schluss auf der Schanz, bereits zum dritten Mal trifft sich am Abend die Aarauer Festgemeinde im Schachen zu fröhlichem Beisammensein und Tanz. Und zwar entweder auf dem Festplatz Riviera am alten Viehmarkt oder auf dem Maienzugplatz vor der Sporthalle. Hier soll heuer zum ersten Mal rund um den Brunnen ein «zentraler Platz» entstehen, der von Verpflegungsständen abgegrenzt wird. Die Tanzbühne wird auf die Ostseite verlegt, der Zugang zum Rummelplatz erfolgt ausschliesslich über den Nordrand des Festareals.

Bereits erschienen ist das offizielle Programmheft für den Maienzug 2011, das gratis auf den beiden Stadtbüros bezogen werden kann. Es enthält Kinderzeichnungen aus neun Aarauer Unterstufenklassen, die in Zusammenarbeit mit dem Aargauer Kunsthaus entstanden sind. Die Werke sind auch im Kunsthaus-Atelier ausgestellt, und zwar vom 25. Juni bis zum 2. Juli.