Suhr

Wegen Handyantenne: Naturarzt fürchtet um seine Praxis

Naturarzt Marc Antoine Viatte arbeitet mit einem hochempfindlichen Bioresonanzgerät.

Naturarzt Marc Antoine Viatte arbeitet mit einem hochempfindlichen Bioresonanzgerät.

Der Regierungsrat entscheidet gegen den Gemeinderat und bewilligt eine Mobilfunkantenne. Die Telekomfirma Orange freuts, Naturarzt Marc Antoine Viatte hat ein grosses Problem damit.

Orange will in Suhr eine Mobilfunkantenne errichten. Im direkten Funkstrahl läge die Praxis für Naturmedizin und Bioresonanz von Drogist Marc Antoine Viatte. Er befürchtet, dass die von der Antenne ausgehende Strahlung seine hochsensiblen Geräte derart stark beeinflusst, dass er seinen Beruf an diesem Ort nicht mehr ausüben kann.

Gemeinde zog mit

Viatte und seine Mitstreiter aus der Nachbarschaft setzten sich gegen das Baugesuch energisch zur Wehr und machten vor allem gesundheitliche Risiken geltend. Die Gemeinde zog mit und wies das Baugesuch zurück. Nun hat sich der Mobilfunkbetreiber aber durchgesetzt. Der Regierungsrat hob den von Orange Communications SA angefochtenen Entscheid der Gemeinde auf. Ob das seit zwei Jahren dauernde Verfahren damit abgeschlossen ist, wird sich nächstens weisen. Der regierungsrätliche Entscheid kann beim Verwaltungsgericht angefochten werden.

Als Viatte sich für seinen Praxisstandort entschied, achtete er penibel genau auf die Belastungen durch Elektrosmog. Er liess die Räume durch eine Fachperson ausmessen. «Der Standort erwies sich als günstig, nicht zuletzt, weil auch der Vermieter bereits Massnahmen gegen Elektrosmog-Belastungen getroffen hatte», erklärt der Naturarzt.

Trotz der guten Lage investierte Viatte einige tausend Franken, um die hohen Erwartungen, die an bioenergetische Diagnosen und Therapien gestellt würden, zu erfüllen. Auch der Naturarzt verwendet in seiner Praxis, die von Lampen erhellt wird, selbstverständlich PC und Telefon. Viatte: Diese Geräte sind speziell geerdet und werden, wenn nötig, ausgeschaltet.»

Durch die Sendeleistung, Streuung und Frequenzbandbreite der Mobilfunkantenne würden seine Messungen überlagert und verfälscht, erklärt Viatte. Zudem könnte sein Gerät die Strahlung der Antenne verstärkt auf die Patienten übertragen.

Eigentümer im Kreuzfeuer

Gegen das Projekt hat sich das halbe Dorf verschworen. Es hagelte über 100 Einsprachen. Die zum Teil übertriebenen Reaktionen richteten sich ungerechtfertigterweise auch gegen den Eigentümer der Standortliegenschaft der Antenne. Im März 2010 kündigte er den Mietvertrag mit Orange, was aber die Erwägungen des Regierungsrats nicht beeinflusste. Dieser liess die gesundheitlichen Argumente ebenso wenig gelten wie die von der Gemeinde vorgebrachten baurechtlichen Vorbehalte.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1