Suhr
Wegen Fahr- und Abbiegeverbot: Lastwagen müssen Umweg fahren

Auf der Ringstrasse in Suhr bleibt das Fahrverbot für Lastwagen bestehen. Ausserdem soll «Tempo 30» kommen.

Katja Schlegel
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Die LKW-Verbotstafel an der Ringstrasse bleibt stehen.

Die LKW-Verbotstafel an der Ringstrasse bleibt stehen.

Urs Helbling

Anfang Woche wurde bekannt, dass der Kanton für die Dauer der Mega-Baustelle im Zentrum für die Gränicherstrasse ein Linksabbiegeverbot beim Knoten «Kreuz» verfügen will. Damit bezweckt der Kanton eine Minimierung der Leistungseinbussen der Knoten während den Bauphasen. Wer also aus dem Wynental kommend beim Rundhaus in Richtung Entfelden abbiegen will, kann das nicht mehr.

Es bleiben zwei Optionen: Der Automobilist fährt ein gutes Stück vorher via Ringsrasse – Obertelweg – Weltimattstrasse, auf die Umfahrung Entfelden (Suhrentalstrasse). Das wäre die «Schleichwegvariante» durch die Quartiere Frohdörfli und Helgenfeld, belegt mit einem Lastwagenfahrverbot (ausgenommen Zubringerdienst).

Anders als bisher gemeldet (AZ vom Donnerstag), wird das Lastwagenverbot nun aber nicht aufgehoben. «Bei der Ringstrasse handelt es sich um eine Gemeindestrasse; der Kanton kann nicht über Fahrverbote auf Gemeindestrassen verfügen», sagt Projektleiter Alex Joss vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Die signalisierte Umleitung werde deshalb über die Kantonsstrasse geregelt. Das hat für die Chauffeure schwerwiegende Auswirkungen: Wegen des Linksabbiegeverbots müssen sie beim «Kreuz« rechts abbiegen, am «Bären» vorbei bis zum «Pfister»-Kreisel fahren und dort einen Turnaround machen, um anschliessen wieder via «Bären»-Kreuzung zum Knoten «Kreuz» Richtung Oberentfelden zu fahren. «Die Umleitung über den ‹Pfister›-Kreisel ist ein Umweg, aber er ist zumutbar», sagt Joss.

«Tempo 30» ist spruchreif

Auch zur «Schleichwegvariante» gibt es Neuigkeiten, und zwar zum vor Jahren angedachten Plan von «Tempo 30»: 2014 stellte der Gemeinderat seine Pläne vor, für die beiden Strassenabschnitte Ringstrasse und Wältimattweg, die an bewohntem Gebiet vorbeiführen, Tempo 30 zu verfügen. Auslöser dafür war die Lärmschutzverordnung des Bundes. Diese verlangt, dass an Strassen, an denen die Lärmbelastung über dem Grenzwert liegt, Massnahmen ergriffen werden. Messungen ergaben damals, dass insgesamt 13 Liegenschaften von zu viel Lärm betroffen sind, die meisten davon im Frohdörfli. Um die Liegenschaften nicht hinter Lärmschutzwänden zu verstecken, entschied sich der Gemeinderat für die Temporeduktion. Dies auch, um den Schulweg Gränichen-Suhr sicherer zu machen.

Was ist aus den Tempo-30-Plänen geworden? Im Januar 2016 vermeldete der Gemeinderat im Gemeindemagazin «SuhrPlus», das Dossier liege beim Kanton. Seither wurde öffentlich nichts mehr bekannt. Doch das Dossier ist nicht in der Schublade verschwunden, im Gegenteil: «Die Temporeduktion wird demnächst ausgeschrieben», sagt Bauverwalter Lukas Sigrist. Noch würden Abklärungen mit der Repol laufen.

Ausserdem es wird wohl so sein, dass das Projekt in zwei Tranchen aufgeteilt wird; in das Ringstrasse-Projekt und das Wältimatt-Projekt. Während «Tempo 30» auf der Ringstrasse (Einmündung Schützenweg bis Helgenfeldweg) kein Problem ist, weil es im Innerortsbereich liegt, ist «Tempo 30» in der Wältimatt schwieriger umzusetzen, weil sie an den Ausserortsbereich mit Tempolimite 80 km/h grenzt. Damit sich die Projekte gegenseitig nicht blockieren, werden sie separat behandelt. «Bestenfalls startet die Auflage für den Abschnitt Ringstrasse im März», konkretisiert Sigrist den Zeithorizont. Ob «Tempo 30» damit zeitnah eingeführt wird, bleibt aber offen. «Wir gehen davon aus, dass es Einwendungen gegen das Gesuch geben wird», sagt Sigrist. Bis «Tempo 30» gilt, kann es also noch Monate dauern.

Reaktion nicht abschätzbar

Offen ist auch, ob der Kanton seinen Plan vom Linksabbiegeverbot umsetzen kann. Denn auch dieses unterliegt einer Einsprachefrist. Diese läuft noch bis zum 26. März. Laut Kanton würde das Verbot voraussichtlich bis Ende Juni 2019 gültig sein. Sobald ersichtlich ist, wie sich der Schleichverkehr entwickelt, werden entsprechende Massnahmen geprüft und umgesetzt. Wie Projektleiter Alex Joss sagt, sei die Zahl der linksabbiegenden Fahrzeuge gering. «Die meisten Autofahrer nutzen bereits heute den Weg über die Ringstrasse, die Verkehrszunahme dürfte also nur gering ausfallen.» Wie die Autofahrer aber schlussendlich reagieren werden, sei nicht abschätzbar. «Sollte sich zeigen, dass die Umleitung über den Pfister-Kreisel nicht praktikabel ist, müssen wir eine neue Lösung suchen.»