Die Kirche, der Gasthof Engel, die danebenliegende Scheune und das Gebäude der Velohandlung Zingg: Wer ans Oberentfelder Dorfbild denkt, hat dieses Ensemble im Kopf. Entsprechend einschneidend ist ein Eingriff, der aus Sicherheitsgründen erfolgen soll: der teilweise Rückbau der Engelscheune.

Das Gebäude gehört der Gemeinde. Bereits vor einigen Jahren ist festgestellt worden, dass sich der Dachstock in einem desolaten Zustand befindet. Und seither hat sich die Situation noch verschlimmert. «Das über mehrere Jahre eingedrungene Regenwasser setzt den Holztragstrukturen erheblich zu», schreibt der Gemeinderat. Laut einem Ingenieurbüro sei «die Dach- und Gebäudekonstruktion der Engelscheune als statisch unsicher einzustufen».

Das Hauptproblem besteht darin, dass vor Jahrzehnten gravierende Eingriffe in das Tragwerk gemacht worden sind. Deshalb steht eine Sanierung der Dachkonstruktion laut Gemeinderat ausser Frage. «Hinzu kommt, dass die Kosten für den Teilrückbau im Vergleich zu einem Komplettersatz des Scheunendachs markant tiefer sind.»

Gemäss dem ab morgen aufliegenden Baugesuch kommt das Dach weg. Die Fassade gegen die Dorfstrasse aber bleibt bestehen – mit einer rückwärtigen Konstruktion, damit sie nicht einstürzt. Aus der Engelscheune wird also so etwas wie eine Westernkulisse. Bestehen bleibt auch das Weinstübli des Gasthofs Engel, das in die Scheune hineingebaut ist. Es bekommt einen Witterungsschutz, ein provisorisches Dach.

Der Gasthof Engel und die Scheune sind kommunale Kulturobjekte. Sie unterstehen aber keinem Schutz. Unter kantonalem Schutz steht einzig das Tavernenschild. (uhg)