Suhr
Weder Kostenrahmen noch Zeitplan reichen für Schulhausprojekt aus

Die geschätzten 14 Millionen reichen für den Schulhausneubau nicht aus und der Bezugstermin wird verschoben. Darüber orientierte der Gemeinderat am Montagabend. Mehr als Kosten und Auswirkungen für die Schüler interessierte aber ein anderes Thema.

Katja Schlegel
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Das Primarschulhaus Dorf wird gebaut. Der Kompromiss: Ins Erdgeschoss kommt anstelle des Mehrzweckraums die Gemeindebibliothek.Visualisierung/zvg

Das Primarschulhaus Dorf wird gebaut. Der Kompromiss: Ins Erdgeschoss kommt anstelle des Mehrzweckraums die Gemeindebibliothek.Visualisierung/zvg

ZVG

«Der Zeitplan ist ehrgeizig», hatte Architekt Matthias Stocker im April bei der Präsentation des Siegerprojekts «Vinci» gesagt. Zu ehrgeizig, wie sich jetzt herausstellt: Das Primarschulhausprojekt wird nicht wie geplant im Sommer 2016 bezogen werden können, sondern erst im Sommer 2017.

Das teilte Gemeinderat Marco Genoni am Montagabend am Informationsforum im Schulhaus Ost mit. «Wir bräuchten das Schulhaus unbedingt per 2016, aber aufgrund des Volumens müssen wir ein Jahr Bauzeit anhängen.»

Bei Schätzung Sachen vergessen

Die Verzögerung ist nicht alles: Noch liegt der endgültige Kostenvoranschlag nicht vor, aber klar ist: Die 14 Millionen Franken, mit denen der Gemeinderat im Finanzplan gerechnet hat, reichen bei weitem nicht aus.

Gemäss Schätzungen der Zürcher Pool Architekten, die den Architekturwettbewerb gewonnen haben, werden sich die Kosten auf 18 bis 25 Millionen belaufen – inklusive Abbruch des bestehenden Gebäudes, den Schulhausbau, die Ausstattung und die Umgebungsarbeiten mit Spielplatz und Veloabstellplätzen. «Die genaue Zahl werden wir aber erst in rund vier Wochen kennen«, sagt Genoni. Er betont, dass die grobe Schätzung von 14 Millionen von Fachpersonen gemacht worden sei, nicht aber von den Pool Architekten. Bei der Schätzung seien verschiedene Posten nicht mitgezählt worden.

Keller interessiert mehr

Erstaunlicherweise interessierten sich die Anwesenden am Montagabend nicht für die Auswirkungen auf den Zeitplan oder die Unterbringung der Schüler ab Sommer 2016, sondern hauptsächlich für die Unterkellerung des Schulhauses. Der viergeschossige Bau, der 24 Abteilungen beherbergen und damit Platz für alle Primarschüler bieten soll, wird gemäss heutigem Planungsstand nur teilweise unterkellert.

Ein Teil der Räume wird von der Schule genutzt, ein Archivraum soll der Gemeinde dienen. Daneben gibt es eine Tiefgarage mit 35 Plätzen. Die Anwesenden forderten, der Gemeinderat müsse abklären, was die gesamte Unterkellerung kosten würde. Boden an bester Lage ungenutzt zu lassen sei eine verpasste Chance, selbst wenn heute kein Raumbedarf bestehe.

Provisorien werden nötig

Das Schulhaus-Projekt wird im November vor die Wintergmeind kommen, aufgesplittet in die vier Traktanden Schulhausbau und nähere Umgebung, Langzeitarchivraum für die Gemeinde, Tiefgarage sowie das Konzept für die Gestaltung des gesamten Schulhausareals.

Stimmen die Suhrer den Kreditanträgen zu, werden die Bauarbeiten für das Schulhaus wie geplant im Frühling beginnen, bloss der Bezugstermin wird um ein Jahr verschoben. Was heisst das für die Schüler? «Wir werden ab Sommer 2016 Provisorien für vier Abteilungen brauchen», so Genoni nach der Infoveranstaltung. Und das generiere zusätzliche Kosten.

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